Konzept & Absicht
Die Metalmast 30 wurde entwickelt, um den Markt für die zweifach nutzbaren „Renn- und Fahrtenyachten“ der späten 1970er und frühen 1980er Jahre zu bedienen. Im Gegensatz zu damaligen Konkurrenten, die Rumpfformen zugunsten eines maximalen Innenraumvolumens opferten, gab Peter Canning einer schnellen, leicht zu segelnden Form den Vorzug, die sich auch bei starkem Wind nach Luv durchsetzen konnte. Um dies zu erreichen, wurde das Boot mit einem soliden GFK-Rumpf und einem tiefen, schlanken Bleiflossenkiel gebaut.
Im Inneren besticht das Boot durch ein traditionelles Layout der späten 1970er Jahre. Die Kabine ist mit warmen Teakholz-Schotten und einem geformten GFK-Himmel ausgestattet. Die Aufteilung umfasst eine private V-Koje im Vorschiff, eine separate Nasszelle mit Kleiderschrank sowie einen Salon mit Längssofas, die einen zentralen Klapptisch flankieren. Die kompakte Pantry befindet sich achtern und ist so konzipiert, dass sie auch bei Krängung nutzbar bleibt. Der Innenraum ist zwar gemütlich und hochfunktionell, aber konsequent auf den Einsatz auf See und die Gewichtsverteilung der Crew ausgelegt, anstatt auf die geräumigen „Wohnungs-Layouts“ moderner 30-Fuß-Boote.
Segeleigenschaften & Handhabung
An der Pinne zeigt die Metalmast 30 ein ausgewogenes, reaktionsschnelles und fast jodgenschiffartiges Gefühl. Dies wird maßgeblich durch das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 21,31 begünstigt, das unter dem 7/8-Rigg einen riesigen, leicht zu handhabenden Segelplan bietet, um das Boot durch leichte Sommerbrisen zu treiben. Das Boot hat ein bemerkenswert hohes Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 47,69 %, mit 3.100 Pfund Bleiballast bei einer Gesamtverdrängung von 6.500 Pfund. Dies führt zu einer außergewöhnlichen Steifigkeit, wodurch das Boot die Segel länger tragen und bei schwerem Wetter aufrecht stehen kann, wo andere 30-Fußer bereits reffen müssen.
Mit einem moderaten Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 216,61 hat der Rumpf genügend Schwung, um ohne hartes Einsetzen durch Kabbelwasser zu schneiden, was ihn zu einem komfortablen Boot bei Küstenbrisen macht. Bei einem Komfort-Ratio von 17,85 müssen Segler in der Welle jedoch mit einer lebhaften, aktiven Bewegung rechnen. Das Kenterungsverhältnis von 2.18 spiegelt die relativ große Breite und die IOR-beeinflusste Decksform wider. Dies macht sie zu einer idealen Renn- und Fahrtenyacht für die Küste, obwohl sie außerhalb der modernen Standards für reine Langstrecken-Blauwasserreisen liegt.
Marktübersicht & Wirtschaftlichkeit
Da Metalmast Marine in erster Linie ein Spierenhersteller war, blieb die Produktion des Metalmast 30-Rumpfes relativ begrenzt, was diese Boote heute auf dem Gebrauchtbootmarkt selten macht. Wenn sie auftauchen, erzielen sie im Vergleich zu Booten aus der Massenproduktion in der Regel einen sehr günstigen Preis und bieten Käufern, die ein steifes, seetüchtiges Boot schätzen, einen außergewöhnlichen Gegenwert.
Ein einzigartiger wirtschaftlicher Vorteil der Metalmast 30 ist ihre Herkunft von einem Spierenhersteller. Nahezu alle maßgeschneiderten Aluminiumgussteile für Mast, Baum und Salingen wurden im eigenen Haus gefertigt. Im Gegensatz zu anderen Yachten dieser Ära, für deren Spieren es unmöglich ist, Ersatzteile zu finden, werden Ersatzteile, Lümmelbeschläge und Masttopp-Beschläge für originale Metalmast-Profile von spezialisierten Riggern wie Rig-Rite nach wie vor aktiv katalogisiert und unterstützt.
Bekannte Probleme & Inspektion
Jahrzehnte aktiver Nutzung haben einige vorhersehbare strukturelle und mechanische Schwachstellen offenbart, die Käufer prüfen sollten:
- Feuchtigkeit im Decksaufbau: Wie bei vielen Booten aus dieser Ära besteht der Decksaufbau aus einem Balsaholzkern. Wasser kann durch unversiegelte Beschläge in den Kern eindringen. Hochbelastete Bereiche um die Relingstützen, den Traveller und den Mastkragen sollten sorgfältig auf weiche Stellen untersucht werden.
- Spiel im Ruderschaft: Das tiefe, leistungsstarke Spatenruder ist hochwirksam, übt jedoch eine erhebliche Hebelwirkung auf den Ruderkoker und die internen Buchsen aus. Achten Sie auf übermäßiges seitliches Spiel oder ein „Klopfen“ an der Pinne, was auf verschlissene und austauschbedürftige Buchsen hinweist.
- Zu schwacher Hilfsmotor: Das ursprüngliche Modell war typischerweise mit einem 8-PS-Yanmar-Dieselmotor ausgestattet. Obwohl dieser extrem zuverlässig ist, sind 8 PS für ein Boot dieser Größe recht wenig, was zu einer unzureichenden Motorisierung führt, wenn man gegen starke Strömungen oder anlaufende See anfahren muss.
Modernisierung & Upgrades
Viele heutige Eigner haben diesen Klassiker modernisiert, um ihn an moderne Komfort- und Fahrtenansprüche anzupassen:
- Remotorisierung: Die Aufrüstung des schwachen 8-PS-Yanmar auf einen modernen Mehrzylinder-Diesel mit 12 bis 15 PS oder die Umrüstung auf einen sauberen Elektroantrieb ist eine häufige Modernisierung, welche die Sicherheit beim Fahrtensegeln erheblich verbessert.
- Mastrutschersysteme: Die ursprüngliche enge Mastnut und die Rutscher können das Setzen und Bergen des Großsegels erschweren. Ein beliebtes Upgrade ist die Installation eines reibungsarmen externen Schienensystems, wie z. B. einer Tides Marine-Schiene, wodurch das hochgezogene Großsegel mühelos in die Lazy-Jacks fällt.
- Elektrische Upgrades: Die Aufrüstung des ursprünglichen 12V-Bordsystems mit einer Lithium-Eisenphosphat-Verbraucherbank (LiFePO4), moderner Schiffskabelung und LED-Leuchten im Masttopp ist ein Standardprojekt für alle, die mehr Zeit vor Anker verbringen möchten.
Das Urteil
Die Metalmast 30 ist ein robuster, steifer und außergewöhnlich schneller Klassiker, der in Bezug auf Segeleigenschaften und strukturelle Integrität weit über seiner Gewichtsklasse boxt. Sie ist bestens geeignet für Segler, die Leistung auf dem Wasser, Am-Wind-Eigenschaften und eine hochwertige Takelage über das reine Innenraumvolumen stellen.
Vorteile:
- Extrem steif und stabil, trägt die Segelfläche auch bei starkem Wind sehr lang.
- Erstklassige Spieren- und Riggkomponenten mit hervorragender langfristiger Ersatzteilverfügbarkeit.
- Hervorragende Leistung am Wind und agiles, reaktionsschnelles Ruderverhalten.
- Hochwertige Rumpfkonstruktion aus massivem GFK.
Nachteile:
- Traditionelles Innenraum-Layout lässt das Volumen und den Komfort moderner 30-Fußer vermissen.
- Der standardmäßige 8-PS-Yanmar-Motor ist bei starker Strömung unterdimensioniert.
- Das Deck mit Balsaholzkern ist bei Vernachlässigung anfällig für lokale weiche Stellen.
- Seltenes Modell, das auf dem Gebrauchtmarkt schwer zu finden sein kann.




