Design und Konstruktion
Die Irwin 30 ist auf einem massiven GFK-Rumpf gebaut, und die amerikanische Werft bot sie mit verschiedenen Kielkonfigurationen anstatt einer einzigen festen Variante an. Eine Kombination aus Festkiel und Schwert (Kielschwert) verbindet einen festen Kielstummel mit einem einziehbaren Schwert, wodurch das Boot sowohl im Küsten- als auch im Binnengewässer eingesetzt werden kann; bei diesem Anhang liegt der tiefste Tiefgang unter Last bei etwa 1,30 bis 1,40 Metern. Eine Version mit Flossenkiel hat einen Tiefgang von 1,20 bis 1,28 Metern, während eine dritte Option mit Flossenkiel deutlich tiefer liegt (ca. 1,50 bis 1,60 Meter) und dennoch die meisten Marinas problemlos passiert. Diese Vielfalt an Unterwasserprofilen ist für ein 30-Fuß-Boot ungewöhnlich und zeigt, dass der Entwurf sowohl für Segler von Flachwasserrevieren als auch für tiefgehende Kielboote ohne den Aufwand eines neuen Rumpfmusters dienen sollte.
Rigg und Handhabung
Das Boot ist als Masttoppslup mit einem Mast, der etwa 45,5 Fuß über der Wasserlinie steht, und einer Segelfläche von fast 474 Quadratfuß ausgelegt. Die Maße ihrer stehenden und laufenden Gut sind detailliert dokumentiert: Alle Fallen – Großsegel, Fock oder Genua und Spinnaker – haben eine Länge von rund 91,8 Fuß bei einem Durchmesser von 3/8 Zoll, während die Schoten für Fock, Genua und Großschot aus 1/2-Zoll-Leine gefertigt sind, wobei die Großschot selbst 75 Fuß misst. Das Cunningham, die Unterliekstreckschnur und das Unterliekspanner sind 3/8 Zoll stark und haben eine Länge von 11 bis 22 Fuß. Diese Werte lassen sich in den üblichen Bereich für eine 30-Fuß-Slup einordnen und deuten auf ein unkompliziertes, einheitliches Fallpaket hin, das Austauscharbeiten vereinfacht. Die benetzte Fläche des Rumpfbodens beträgt etwa 365 Quadratfuß, und das Verdrängungsverhältnis liegt bei fast 930 Pfund pro Zoll, sodass sie unter Last berechenbar absinkt.
Leistungsspektrum
Auf dem Papier liest sich die Irwin 30 als bereitwillige Küstenläuferin. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit bei Verdrängung liegt bei 6,9 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 1,88 würde sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten qualifizieren. Die Komfort-Ratio beträgt 25,6, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 242 ordnet sie eher zu den moderaten Regattayachten als zu schweren Langstreckenbooten ein. Keineswegs macht sie dies nach modernen Maßstäben zu einer hochseetauglichen Expeditionyacht, aber die Zahlen zeigen einen Rumpf, der auf Agilität statt auf maximale Tragfähigkeit getrimmt ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Vielfalt der Kieloptionen der Irwin 30 ist die einzige Abweichung, auf die ein Käufer achten sollte: Da derselbe Rumpf mit einem kleinen Kielschwert, flachem Flossenkiel und tieferem Flossenkiel angeboten wurde, müssen Tiefgang und Verhalten des Bootes unter den Füßen immer vom jeweiligen Rumpf bestätigt werden, anstatt dies vom Modellnamen aus zu vermuten. Quellen berichten von keinen systematischen Mängeln dieses Modells.
Das Fazit
Die Irwin 30 ist ein Entwurf von Ted Irwin aus den späten 1960er Jahren, der als GFK-Slup aus der Produktion von 1976 auf den Markt kam und für ihre Größe eine ungewöhnliche Kielflexibilität bietet. Sie ist ein für Regatten proportioniertes Küstenboot mit dokumentierten Riggmaßen und einer Flachkiel-Option, die die Revierwahl erheblich erweitert.
Vorteile
- Drei Kieloptionen, darunter eine Version mit Hubkiel für flache Gewässer
- Solider GFK-Rumpf mit Bleiballast und moderaten Regatta-Proportionen
- Voll dokumentierte Rigg-Längen und -Durchmesser vereinfachen die Wartung
Nachteile
- Die Kenterungsverhältnisse und Komfortwerte positionieren sie eher im Küstenbereich als auf hoher See
- Die Variante mit Kielschwert bedeutet, dass jedes Boot einzeln nach seinen Anhängen bewertet werden muss






