Design und Konstruktion
Mayflower Boatyards (Taiwan) baute die 48 mit massivem GFK für Rumpf und Deck, und auch der Kiel selbst besteht aus Eisen, ebenso wie der 568-Liter-Kraftstofftank. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 34 Prozent, wobei die Verdrängung durch das DL-Verhältnis von 275 fest in der Kategorie der „schweren Fahrtenyachten“ liegt. Ein Längen-Breiten-Verhältnis von 3,56 und ein Flossenkiel mit Skeg-aufgehängtem Ruder verleihen dem Rumpf ein moderates, seetüchtiges Profil anstelle einer schlanken Performance-Form. Das Kenterungsverhältnis von 1,62 und eine Komfort-Ratio von 42,4 unterstreichen das Bild eines stabilen, belastbaren Hochsee-Rumpfs; die CE-Zertifizierung der Klasse A Ocean bestätigt die vom Hersteller selbst deklarierte Grenze für ausgedehnte Reisen unter schweren Bedingungen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Ketsch-Rigg trägt eine Segelfläche von 1.055 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,20 führt – ein moderater Wert, der zu einer schweren Fahrtenyacht passt, bei der Kontrolle und Balance über reine Beschleunigung gestellt werden. Die theoretische Verdrängungs-Rumpf-Geschwindigkeit für ein Boot dieser Länge liegt bei 8,4 Knoten, während die berechnete Höchstgeschwindigkeit etwa 6,5 Knoten beträgt. Die getauchte Fläche des Unterwasserschiffs (Wetted Bottom) umfasst rund 559 Quadratfuß. Der Tiefgang variiert je nach Beladung zwischen 5,68 und 5,98 Fuß, und das Immersionsverhältnis von etwa 1.841 Pfund pro Zoll zeigt, wie tief sie im Wasser liegt, wenn Proviant und Tanks an Bord kommen. Ein Perkins 4.236 Diesel mit 72 PS und Wellenantrieb ist als Innenborder angegeben und treibt einen festen Wellenschaft an, um beim Ausfall des Windes zuverlässig unter Motor zu fahren.
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot mit zwei Kabinen und sechs Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle aufgeteilt, allesamt wie viele ihrer Zeitgenossen im Teakholz ausgestattet. Die Wasserkapazität beträgt großzügige 199 US-Gallonen, was längere Törns fernab von Hafen oder Quelle ermöglicht. Das Zwei-Kabinen-Layout deutet eher auf ein Layout für einen Privatsegler hin als auf eine Charter-Koje, und der Teak-Innenraum spiegelt die damalige Erwartung an warme, traditionelle Holzarbeiten unter Deck wider.
Namensgebung und Produktionsnotizen
Ein kleiner Sonderfall, den man kennen sollte: Die Rümpfe 2, 3, 5, 7, 8, 9, 11, 14, 15, 16 und 17 wurden unter dem Namen Mariner 48 verkauft, während der Rest mit den Marken Mayflower oder Stadel vermarktet wurde. Insgesamt wurden weniger als 100 Boote gebaut, was jedes Exemplar zu einem relativ seltenen Fund macht und die mit der Nummer Mariner versehenen Rümpfe zu einer Untergruppe mit derselben Stadel-Design-DNA macht.
Das Fazit
Die Mayflower 48 ist eine robust gebaute, CE-zertifizierte Fahrtenyacht für Langstrecken mit einem vernünftigen Ketsch-Rigg und einem Teak-Innenausbau, der sich hervorragend für das dauerhafte Wohnen an Bord eignet. Ihr bescheidener Segelplan und die hohe Verdrängung werden keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen, aber die Zahlen beschreiben einen stabilen, gutmütigen Rumpf mit großzügiger Tankkapazität und einer bewährten Hochsee-Zertifizierung.
Vorteile
- Einerne Kielschwerter, massiver GFK-Rumpf und -deck von einer taiwanesischen Werft
- CE-Klasse A (Hochsee) für ausgedehnte Offshore-Törns
- 760 Liter Frischwasser- und 570-Liter-Einbrennstofftank für große Reichweite
- Ketsch-Rigg mit moderatem SA/D von 15,20 für gut kontrollierbares Segelverhalten auf See
Nachteile
- Rumpf mit hoher Verdrängung und einer berechneten Höchstgeschwindigkeit von nur 6,5 Knoten
- Weniger als 100 Einheiten gebaut, wodurch Ersatzteile und Bekanntheit des Modells rar sein können
- Die bescheidene Leistungsgrenze schränkt die Anziehungskraft auf leistungsorientierte Käufer ein








