Design und Abstammung
Das ursprüngliche Boot von Arnold war keine Schönheit – flache Deckssprunglinie, stumpfer Ram-Bug, Kajüte mit quadratischem Dach, Marconi-Rigg – und Marshall machte sich daran, diese Mängel mit dem Lineal zu beheben. Er verbrachte etwa drei Wochen damit, den Formstock vor dem Bau auf dem Trockendock zu modellieren. Das Ergebnis war ein völlig anderer Rumpf mit einem gerundeten Deckssprung, einer gewölbten Kajüte, einem schmaler werdenden Achterdeck und einem leicht angewinkelten Vorsteven sowie einem Unterwasserschiff, das moderner ist als bei den meisten traditionellen Catbooten. Mit einer Länge über alles von 18 Fuß 2 Zoll, einer Breite von 8 Fuß 6 Zoll und einer Wasserlinienbreite von unter 8 Fuß weist die Sanderling eine moderate Steigung des Spantguts und eine nach achtern verjüngte Form auf, anstatt des fast flachen Bodens vieler Katamarane. Dies verleiht ihr eine relativ schnittige Form, die sich moderner anfühlt, als es ihr Typ vermuten lässt. (1)
Konstruktion
Marshall Marine legt den Rumpf in Polyesterharz mit wechselnden Lagen von Matratzen- und Tuchgewebe für sieben Schichten, fügt dann vier weitere entlang der Mittellinie und um den Schwertkasten hinzu, was insgesamt elf Schichten ergibt. Der Mastfuß und der Mastkoker werden separat angeformt und im Anker positioniert einlaminiert. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist eine überlappende Flanschverbindung, die mit Dichtmasse versiegelt und in 12-Zoll-Abständen mit 3/8-Zoll-Edelstahlbolzen durch einen Mahagoni-Seitenrand durchgebolzt ist – ein Detail, das Garfield dazu verhilft, Deckundichtigkeiten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Der stark glasfaserverstärkte Rumpf und das Deck werden auf dieselbe Weise verklebt und verbolzt, und die Plicht ist selbstlenzend. Boote ohne das optionale Innenborder-System sind mit einem positiven Schaumstoffauftrieb ausgestattet. (1)
Rigg und Handhabung
Die Sanderling ist ein Gaffel-Katamaran mit einem einzelnen 253 Quadratfuß großen Dacron-Segel bei einer Verdrängung von über 2.200 Pfund. Die Gaffel selbst ist weniger voluminös als das moderne, durchgehende Mastprofil. Sie biegt sich bei Böen nach Leeseite und lockert das Achterliek auf, während das obere Großsegel am Wind einen saubereren Luftstrom erhält. Der Winddruck wird präzise über die Piekfall kontrolliert. Es gibt keinen Baumniederholer und den Traveller kann nicht verstellt werden. Das Standard-Großschot-Trimm erfolgt vom Ende des Masts bis zu einer vierlukigen Klampe am achteren Anker. Eigner berichten, dass das Gaffelrigg fast so gut performt wie ein durchschnittliches Marconi-Rigg, insbesondere bei leichtem Wind. Das große Segel eignet sich hervorragend zum Gleiten (Ghosting), da es möglich ist, durch leichtes Krängen das benetzte Wasserbereich zu verkleinern. Wenn der Wind zunimmt, muss sie gerefft werden, und die Leistung nimmt spürbar ab. Ein klappbarer, lackierter Aluminiummast unter 70 Pfund lässt sich von einer Person auf eine Stütze im Cockpit legen, und der feine Vorschiffseintritt, der durch den leichten Mast ermöglicht wird, erleichtert die Handhabung. (1)
Unterbringung
Unter Deck öffnen sich durch Jalousien geschützte Teak-Türen zu zwei komfortablen Kojen mit geringer Stehhöhe, einem festen Platz für die Nasszelle, klappbaren Salontischen und Regalen über den Kojen. Eine zu öffnende Vorschiffspforte sorgt für Belüftung – ein feiner Touch auf einem Boot, das selbst die Werftangaben zufolge eher für Tagestouren als für das Ankern auf Langfahrt konzipiert ist. Der bei aufgeholtem Schwert geringe Tiefgang von 17 Zoll macht sie im Flachwasser zu Hause, und der optionale Yanmar-Diesel ist zwar der teuerste Zusatz, zwingt aber einen großen Kasten in die Mitte des Cockpits. (2)
Bekannte Schwachstellen und Wartungshinweise
Der Eigner von Rumpf #66, gebaut im Jahr 1964, bestätigte, dass Decksundichtigkeiten nie ein Problem waren. Allerdings wurden undichte Luken neu abgedichtet. Zudem wurde Fäulnis im achteren Hauswasserschott festgestellt, die durch Wasser über eine rissige GFK-Band verursacht wurde. Ebenso gab es eine Undichtigkeit am Schwert, wo das GFK des Bolzens, an dem sich das Schwert dreht, gerissen war. Der gleiche Sperrholzboden der Plicht musste dort neu einlaminiert werden, wo die ursprüngliche Verkleidung durchgescheuert war. Mehr als 200 Sanderlings segeln in Einheitsklassen, sodass auch bei einem Boot, das ursprünglich als Tagestörn- oder Festmacherboot konzipiert war, eine aktive Klassenvereinigung zur Verfügung steht. (1)
Das Fazit
Die Sanderling ist eine wirklich moderne Interpretation des Catboots – schnell aufzutakeln, einfach zu trailern und gutmütig bei leichtem Wind. Ihre Bauqualität hat über Jahrzehnte hinweg dafür gesorgt, dass kein Wasser in die Kabine gelangt. Sie ist keine Fahrtenyacht, und ihr Ein-Segel-Rigg verzichtet auf die Trimmmöglichkeiten, die ein Segler mit einer Großschot erwarten würde. Für das vorgesehene Daysailing bleibt sie jedoch eine Referenz.
Vorteile
- Kontinuierliche Produktion mit unverändertem Rumpflaminat und einer hervorragenden durchgebolzten Kiel-Rumpf-Verbindung
- Das Gaffel-Catrigg läuft auch bei leichtem Wind gut und lässt sich von einer Person bedient
- Geringer Tiefgang von 17 Zoll mit aufgeholtem Schwert; positives Auftriebsverhalten ohne Innenborder
Nachteile
- Muss gerefft werden und verliert bei zunehmendem Wind an Leistung
- Kein Baumniederholer oder verstellbarer Traveller; eingeschränkte Segelkontrolle
- Die Innenborder-Version bringt eine große Box in die Plicht





