Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus GFK gefertigt, mit einem Flossenkiel und einem am Skeg aufgehängten Ruder. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 46 Prozent und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis bei 228,84 – Werte, die das Boot fest in der Klasse der Regattayachten mit moderater Verdrängung platzieren und nicht im federleichten Bereich des Spektrums. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,39, kombiniert mit einem überdimensionierten Rigg im Masttoppslup-Layout, signalisiert ein Boot, das auf Geschwindigkeit unter Segeln ausgelegt ist und nicht auf träge Fahrtenkomfort. Irwin Yachts, gegründet von Ted Irwin im Jahr 1966, baute das Modell als reine Regattayacht aus dem Entwurf des eigenen Designteams.
Rigg und Handhabung
In einer Rezension der Irwin 30 Competition für das Magazin Sailboat Review beschreibt der Autor sie als mit einem überdimensionierten Rigg auf der Standard-Masttoppslup ausgestattet. Ein Eignerboot namens Argo trägt ein hohes Rigg mit Pinnensteuerung, einen Stack-Pack für das Großsegel und selbstholende Winschen. Eigner berichten, dass das Boot weich und sehr schnell segelt, sich hervorragend ausbalanciert und leicht zu kontrollieren ist sowie extrem agile Wendemanöver möglich sind. Der mit dem Argo ausgestattete Atomic 4 Benzinmotor wird als mehr als ausreichend Kraft angesehen, um aus jeder schwierigen Lage herauszukommen. Mit einer angegebenen Segelfläche von 474 Quadratfuß und einer Rumpfgeschwindigkeit von fast sieben Knoten belohnt der Entwurf eine aufmerksame Hand am Ruder, ohne eine große Crew zu erfordern. (1)
Unterbringung
Unter Deck zeigt die Argo, wie sich das Regattarumpf in ein nutzbares Innenraumkonzept für Tagestouren verwandeln lässt. Der Salon verfügt über einen klappbaren Tisch, der bis zu sechs Personen Platz bietet, und die beiden Sofakojen lassen sich zu Einzelbetten umbauen, unter denen und hinter ihnen sich Stauraum befindet. Die V-Koje im Vorschiff bietet bequem Platz für eine oder, bei engen Beziehungen, zwei Personen, mit Schubladen und Fächern zum Verstauen. Neben der Nasszelle und der V-Koje befindet sich ein Kleiderschrank. Eine Achterkoje nimmt eine Person auf oder dient als großer Stauraum. Die Pantry ist mit einem zweiflammigen Spiritusbrenner, einer Spüle, einer Kühlbox und einem 120-Volt-Kühlschrank ausgestattet, wobei reichlich Stauraum berichtet wird. Die Nasszelle ist mit einer Spültoilette und einer Spüle ausgestattet.
Bekannte Schwachstellen
Ein dokumentierter Kritikpunkt betrifft den kleinen 8-Liter-Wasserspeicher (Grauwasser), der keine Entleerung per Pumpe bietet und im Salon demontiert sowie von Hand zu einer Entsorgungsstelle getragen werden muss. Dies ist eher ein praktischer Nachteil als ein struktureller Mangel, wirkt sich jedoch direkt auf den Komfort beim Wohnen an Bord oder beim Tagesegeln aus. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Argo zeigt die typische Ausrüstung aus der Eignerschaft: ein GPS-Kartenplotter und eine beleuchtete, kardanisch aufgehängte Kompassnadel für die Navigation, eine Pinne anstelle einer Radsteuerung sowie das Stack-Pack-Großsegel-System mit selbstholenden Winschen für eine vereinfachte Segelbedienung mit kleiner Crew. Der Universal Atomic 4 bleibt der bewährte Motor. Käufer und Eigner sollten sich auf zeitgemäße Systeme einstellen, die eine Inspektion und möglicherweise Modernisierung erfordern, obwohl das Rumpfwerk selbst aus einfachem GFK besteht.
Das Fazit
Die Irwin 30 Competition ist eine reinrassige Regattayacht mit genügend Komfort für Tagestouren, die ihre Ted Irwin-DNA kaum spüren lässt und ein aktives Steuern belohnt. Die Eigenart bei der Bewältigung von Gezeitenrevieren ist der einzige bekannte Kritikpunkt im Hinblick auf einfache Handhabung.
Vorteile
- Echter Regattadesign mit überdimensioniertem Masttopp-Rigg und schnellem, ausgewogenem Handling
- Überraschend viel Komfort unter Deck für eine 30-Fuß-Regattayacht; dank cleverer Stauräume Schlafplätze für mehrere Personen
- Solider GFK-Rumpf von einer bekannten Werft in Florida, Ballastanteil von 46 Prozent
Nachteile
- Der Grauwassertank kann nicht gepumpt werden und muss zur Entsorgung manuell abgelassen werden
- Die Benzin-Atomic 4 und die Systeme aus dieser Ära müssen für den modernen Einsatz eventuell aufgerüstet werden






