Design und Konstruktion
Hunter war einer der ersten Werften, die unidirektionale und gewebte Rovinge in einem Serienboot einsetzten – eine Entscheidung, die dazu beitrug, die Sonata leicht, aber dennoch robust zu machen. Thomas integrierte einen ausgeprägten Knick im Rumpf unter dem Cockpit; diese Geometrie verhindert, dass das Boot sich aus seiner Achterwelle löst, und verbessert das Auftreten am Wind. Der Rumpf selbst erwies sich als äußerst vielseitig: Nachdem er für die Sonata genutzt wurde, kam er bei der Duette, Hunters erstem Entwurf mit zwei Flossen, und später bei der Horizon 23 im Jahr 1990 wieder zum Einsatz. Mit einer Wasserlinie von 18 Fuß und einem 7/8-Slup-Rigg bevorzugten die Proportionen der Sonata die Leistung am Wind gegenüber reiner Gleitgeschwindigkeit. (1)
Rigg und Handhabung
Das ursprüngliche Rigg wies nur eine minimale Rücklage der Wanten auf – ein Detail, das Zeitgenossen mit den gelegentlichen Mastbrüchen bei schwerem Wetter im Anker verbanden. Die Regattaeigner reagierten darauf, indem sie ihre Maste nach achtern bis zum maximal zulässigen Toleranzwert der Klasse versetzten, was praktisch zu integrierten Deckssalingen führte, um mehr Stabilität zu erzielen. Die Klassenvorschriften erlauben heute Backstagen für zusätzliche Unterstützung auf raumen Kursen vor dem Wind – ein Zugeständnis, das die Anfälligkeit des Riggs anerkennt, ohne das Boot grundlegend zu verändern. Ihre Geschwindigkeit am Wind beeindruckte Tester für einen Rumpf mit nur einer Wasserlinie von 18 Fuß, und die nicht gleitende Form sorgt für berechenbares Seeverhalten auch bei weniger erfahrenen Crews. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Sonata eine Stehhöhe von komfortablen 40 Zoll über den Salonkojen sowie zwei weitere 6-Fuß-Kojen im vorderen Kajütaufbau. Bei den meisten Regatta-Versionen wird dieser vordere Bereich jedoch für die Segellagerung statt für Schlafplätze genutzt – ein pragmatischer Kompromiss, der das doppelte Wesen des Bootes widerspiegelt. Die Unterkünfte sind nach allen Maßstäben für das Fahrtensegeln kompakt, aber die Kojenplanung zeigt eine klare Absicht, vier Personen einen Platz zum Ausruhen zu bieten, wenn das Regattasegeln vorbei ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Strukturell hat sich die Sonata nur wenige bekannte Probleme gezeigt, abgesehen vom Risiko des Maststurzes, das bereits mit dem leicht zurückgepfeilten Wantenbeschlag zusammenhängt. Die eigenen Klassenvorschriften zur Veränderung der Backstagen deuten darauf hin, dass das Rigg und nicht die Struktur der Schwachpunkt ist, auf den Eigner achten müssen. (1)
Das Fazit
Die Hunter Sonata ist ein kleines, durchdachtes David Thomas-Design, das die Aufregung beim Gleiten gegen berechenbares Handling und einen robusten, frühzeitigen Verbundstoffrumpf eintauschte. Die Produktion von nur 479 Booten und die Wiederverwendung des Rumpfes bei zwei Schwestermodellen zeugen von einer soliden Plattform, während die Maststabilität des Riggs der einzige Bereich ist, den Käufer oder Regattasegler respektieren müssen. Für eine 23-Fuß-Yacht ihrer Ära bleibt sie eine fähige Club-Regattayacht mit gerade genug Kabine für Wochenendtörns.
Vorteile
- Leichter, robuster Rumpf aus frühen unidirektionalen und gewebten Glasfasern
- Die nicht gleitende Form sorgt für hohen Komfort bei Familienbesatzungen
- Hervorragende Leistung am Wind für eine Wasserlinienlänge von 18 Fuß
- Vielseitiger Rumpf, der später für die Duette und Horizon 23 genutzt wurde
Nachteile
- Geringe Achterliekung der Wanten führt bei schwerem Wetter gelegentlich zum Mastbruch
- Eingeschränkte Stehhöhe und die Bugkabine werden oft zugunsten von Segellagerplätzen geopfert






