Design und Konstruktion
Die Hunter 30 misst 29 Fuß 11 Zoll Deckslänge – die maximale Länge, die unter der damals beliebten Midget Ocean Racing Club-Regel zulässig war – bei einer Wasserlinienlänge von 25 Fuß 9 Zoll und einer Breite von 10 Fuß 2 Zoll. Der Rumpf ist sehr voluminös ausgeformt, um das Innenraumvolumen zu maximieren. Die Konstruktion kombiniert einen massiven GFK-Rumpf mit einem Deck mit Balsakern. Eine herkömmliche Flanschverbindung mit einer durchgebolzten Aluminium-Fußreling verbindet Rumpf und Deck. Das Boot ist mit einem Flossenkiel und einem Skeg-aufgehängten Ruder ausgestattet, das vorne durch ein vollständiges Skeg geschützt wird. Der Standardtiefgang betrug 5 Fuß 3 Zoll, wobei ein Flachkiel mit 4 Fuß optional angeboten wurde. Die Werftunterlagen geben eine Verdrängung von 9.700 Pfund und einen Ballast von 4.100 Pfund für beide Modelle an. Die grobe Glasarbeit im Inneren verriet die Budgetorientierung des Bootes, obwohl die Struktur selbst für ihre Epoche einen vernünftigen, konventionellen Weg beschritt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Hunter 30 ist als Masttoppslup mit einer angegebenen Segelfläche von 453 Quadratfuß getakelt, und eine Radsteuerung war an der Pinne Standard. Ab den Modellen von 1980 wurde ein T-förmiges Cockpit zum Standard, was den nutzbaren Raum achtern verbesserte. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 254 und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von knapp über 42 Prozent trägt der 9.700 Pfund schwere Rumpf in der New England-Flotte eine PHRF-Einstufung von 186, was die Zeitschrift Practical Sailor für ein Boot dieses Typs als sehr günstig beurteilte. Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,8 Knoten. Frühe Decks verfügten nicht über eingeformte Antirutschbeläge; stattdessen wurde ein Antirutsch-Mörtel aufgetragen – ein Detail, das eher auf die Produktionswirtschaft als auf strukturelle Kompromisse hinweist. (1)
Unterbringung und Antrieb
Im Innenraum wirken die gelaminierten Bodenwrangen und der Innenausbau selbst für die 1970er und 1980er Jahre veraltet. Dennoch bot der Langkiel den Eignern echten Wohnraum für ein 30-Fuß-Boot. Das Boot fasste 12 Gallonen Kraftstoff und 33 Gallonen Wasser. Der Antrieb entwickelte sich im Laufe der Produktionsjahre weiter: Ein 12-PS-Yanmar-Diesel war die Standardmotorisierung für die ersten vier Jahre, danach wurde ein 15-PS-Yanmar Standard, gefolgt von einem 18-PS-Yanmar-Anker. Ab 1978 verfügte das Vordeck über einen eigenen, autarken Ankerkorb, der groß genug war, um mehr als 400 Fuß Ankerleine aufzunehmen – ein praktischer Touch für Fahrtensegler. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die Hunter 30 weist einige inhärente Mängel auf, aber keine davon ist unüberwindbar. Das aufgetragene Gittermuster zur Rutschfestigkeit auf den Decks früherer Modelle ist ein solcher Punkt – es verschleißt und hinterlässt glattes GFK, anstatt die integrierte Griffigkeit des angeformten Profils zu bieten. Die grobe Innenglasarbeit ist eher kosmetischer Natur als strukturelles Problem, und der laminierte Innenausbau hat einfach frühzeitig gelitten. Ein gravierenderer Weg für Eigner bestand über die Variante Quest 30: Eine Reihe dieser Boote wurde im Wesentlichen als „Bare-Hull“-Kits zum Selbstausbau verkauft, wobei der Käufer den Innenraum und die Ausrüstung selbst übernahm. Diese Boote sind von der Qualität des Amateurausbaus abhängig und weniger vom Werft-Rumpf. (1)
Eignerschaft und Wartungshistorie
Trotz der Budget-Bauweise hat sich das Design eine treue Fangemeinde erarbeitet. Eine Hunter 30 eines Eigners wurde über zwei Generationen weitergegeben, eine andere segelte in die Karibik und zurück, und eine dritte diente als erschwingliches Zuhause, während ihr Eigner seinen Masterabschluss machte. Die neunjährige Produktionszeit und die vielfache Bauzahl bedeuten, dass Ersatzteile, Segel und Fachwissen reichlich vorhanden sind. Das konservative Cherubini-Layout stellt einen Pfleger kaum vor exotische Herausforderungen. (2)
Das Fazit
Die Hunter 30 ist eine pragmatische Fahrtenyacht für die Küste, die in einer schwierigen Wirtschaftsdekade auf Poliertiefe zugunsten von Volumen und Wirtschaftlichkeit verzichtete. Ihr Langkiel, der konventionelle Innenausbau und das gut unterstützte Rigg machen sie zu einem erschwinglichen Einstieg in den Besitz eines Kielboots – vorausgesetzt, der Käufer unterscheidet zwischen Werft- und Bausatzbauten.
Vorteile
- Konservatives, traditionelles Cherubini-Design mit über 1.000 gebauten Einheiten
- Vollständiger Rumpf und eine Breite von 10 Fuß 2 Zoll maximieren den Innenraum für diese Länge
- Skeg-geschütztes Ruder und durchgebolzte Rumpf-Deck-Verbindung
- Großer Ankerw well und ab 1978 serienmäßig eine Radsteuerung
Nachteile
- Unsaubere Glasarbeiten im Innenraum und veraltete, laminierte Holzarbeiten
- Aufgetragene Rutschfeste Beschichtung an frühen Decks anstelle eines eingegossenen Profils
- Die Bausatz-Versionen der Quest 30 hängen stark von der handwerklichen Fertigungsqualität des Eigners ab









