Design und Konstruktion
Der 29-Fuß-Motorsailer von Primrose basiert auf einem Langkieler mit massiver GFK-Konstruktion, einem Tiefgang, der je nach Beladung zwischen 1,12 und 1,22 Metern liegt, und einem am Spiegel aufgehängten Ruder. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,20 macht sie schlanker als 62 % aller ähnlichen Segelboot-Konstruktionen, während ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 249 sie zu dem einst als „moderaten Regattaboot“ bezeichneten Typus zählt – obwohl das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) des 29-Fuß-Bootes mit 29 % (2.900 Pfund Eisen) höher liegt als bei nur 4 % vergleichbarer Konstruktionen. Dies spiegelt die Gewichtsverteilung im Vorschiff wider, die für Motoryachten typisch ist, und weniger eine Regatta-Ballast-Praxis. Ihr Tiefgangsgrad von etwa 148 kg pro Zentimeter (830 Pfund pro Zoll) deutet auf einen Rumpf hin, der sich unter Fahrtenausrüstung berechenbar verhält. Die benetzte Fläche von rund 23 Quadratmetern bestimmt den Bewegungscharakter im Seegang. (1)
Rigg und Handhabung
Die Finn-Sailer 29 ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, das eine Segelfläche von Großsegel und Fock von 27,6 Quadratmetern trägt. Analysen aus der damaligen Zeit zeigten, dass sie deutlich übertakelt war – sie besitzt mehr Rigg als 82 % aller ähnlichen Segelboote – mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 10,3 bei dem ISO-Referenzsegel und 12,2 mit einer 135 % Genua. Diese Werte lassen sie bei leichtem Wind immer noch schneller sein als 4 % aller ähnlichen Konstruktionen. Das Kenterungsverhältnis von 1,70 und ein Komfort-Ratio von 29,6 – komfortabler als bei 85 % aller ähnlichen Entwürfe – beschreiben einen stabilen, gutmütigen Rumpf. Ein Perkins-Diesel mit Wellenantrieb (der 4.108 M mit 37 PS wird als mögliche Ausführung genannt, während ein Perkins mit 50 PS in den technischen Daten auftaucht) ermöglicht eine berechnete Höchstgeschwindigkeit von etwa 7,3 Knoten bei einer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit von 6,8 Knoten. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Finn-Sailer 29 Schlafplätze für sechs Personen in einer Aufteilung, die eine Pantry und eine Nasszelle umfasst. Die Frischwasserkapazität beträgt 300 Liter, ergänzt durch einen 300-Liter-Kraftstofftank, der das Konzept des Motorsailers auf längeren Törns unterstützt. (1)
Refits und Unterhalt
Der einfache Rumpf aus massivem GFK und die Langkiel-Konfiguration machen den Unterhalt unkompliziert. Der Einbaudiesel mit Wellenantrieb ist eine konventionelle, wartungsarme Konstruktion, und das stehende und laufende Gut des Masttopp-Riggs – Fallen mit einer Länge von 21,6 Metern bei 8 mm und Schoten von etwa 8,9 bis 22,2 Metern bei 10 mm – sind Standardgrößen, die leicht zu erneuern sind.
Das Fazit
Die Finn-Sailer 29 ist ein bescheidener, gutmütiger Motorsailer, dessen langer, massiver GFK-Rumpf und angenehmes Seeverhalten eher zum entspannten Fahrtensegeln als zum sportlichen Regattasegeln geeignet sind. Ihr stark überriggtes Masttopp-Rigg und ihr geringes Segelverhältnis bei leichtem Wind bestätigen, dass sie für das Motoren bei Flaute gebaut wurde, nicht um ihre Konkurrenten zu übertreffen. Für Käufer, die eine stabile, einfache 29-Fuß-Fahrtenyacht mit sechs Kojen und großzügigem Tankvolumen suchen, bleibt sie ein vernünftiges klassisches Entwurf.
Vorteile
- Komfort-Ratio höher als bei 85 % ähnlicher Konstruktionen
- Solider Langkiel-Rumpf aus GFK mit berechenbarem Tiefgang
- Sechs Kojen, Pantry, Nasszelle sowie 300 l Wasser- und Kraftstoffkapazität
Nachteile
- Der Ballastanteil liegt mit über 4 % deutlich höher als bei ähnlichen Konstruktionen
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis sorgt bei leichtem Wind für eine Geschwindigkeit, die über den typischen 4 % hinausgeht
- Im Vergleich zu 82 % aller vergleichbaren Boote deutlich zu stark getakelt






