Design und Konstruktion
Honnor Marine baute die Scaffie aus GFK mit fester Rumpf- und Deckskonstruktion. Der Langkiel mit zwei Kimmkielen vereinfacht nicht nur den Innenraum, sondern verleiht dem Boot auch eine stabile, selbstaufrichtende Basis am Strand. Geformte GFK-Seitenbänke mit Auftriebseigenschaften sowie zwei hölzerne Ruderschalen bieten Platz für bis zu vier Personen. Die schaumgefüllten, geformten Auftriebskörper sind ein echter Sicherheitsfaktor – ein Eigner berichtete, dass das Boot nach einem Volllaufen noch aufrecht schwamm und lediglich aufgerichtet und abgepumpt werden musste, bevor es vor Anker weitersegeln konnte. Das Ruder selbst reicht nicht unter die Kielsohle, sodass es bei einer Grundberührung unbeschadet bleibt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Scaffie ist mit einem bomaslosen, stehenden Luggertakel von 100 Quadratfuß ausgestattet, das sich einfach bedienen lässt und mit zwei Reffen für eine schnelle Verkleinerung des Segels bei zunehmendem Wind vor Anker gesetzt werden kann. Der Mast ist durch einen Mastfuss mit einer Mastspur geführt: Man setzt den Mast in die Spur, stellt ihn aufrecht und verschließt ihn mit der Spur, während Klampen an der Mastspur die Fall und das Unterliek fassen. Die Schotführungen sind clever für den Einhandbetrieb angeordnet – die Großschot läuft über ein Blöck am Ruderschaft nach vorn an der Pinne entlang, wo sie geklemmt oder einfach zusammen mit der Pinne gepackt werden kann. Zwei Querträger in Heckhalterungen tragen einen schulterhohen Traveller über der Pinne. Unter Oars trägt das Boot normalerweise ein Paar Ruder und wird einhand vom vorderen oder hinteren Steuerstand aus gerudert, um den besten Trimm zu halten. (1)
Unterbringung und Ausrüstung
Es gibt keine Kabine; die Scaffie ist ein offenes Boot mit angeformten Seitensitzen und zwei Ruderschößen, die bis zu vier Personen Sitz- und Auftriebsmöglichkeiten bieten. Die Motorisierung ist für ein Boot dieser Klasse praktisch: Ein Innenborderschacht nimmt einen 2- bis 3-PS-Außenborder auf und ist achtern offen, sodass der Motor über Hindernisse geschwenkt oder zum Rudern und Segeln ohne Auskranen des Ankers hochgeklappt werden kann. Der Schacht ist weit genug nach Backbord versetzt, damit das Ruder unter Motor weiterhin effektiv steuert. Zur Standardausrüstung von Honnor Marine gehörten Schaumstoffauftrieb, Ruder, Pinne, Segel, Spargen aus Sitka-Fichte und bronzenes Ruderschloss. (1)
Eignerschaft und Refit
Die Eignerschaft einer Scaffie ist unkompliziert: Das Luggertakelung lässt sich über die klappbare Mastspur leicht aufstellen und legen, der Innenborderschacht hält einen Außenborder geschützt, aber dennoch wartungsfähig, und der offene, unverstellte Boden vereinfacht Wartung und Lagerung. Das geringe Gewicht des Bootes und der geringe Tiefgang machen das Trailern und Slippen unkompliziert. Honnor Marine lieferte die Grundausstattung, und die lange Produktionszeit seit 1978 bedeutet, dass Ersatzteile und Wissen in der Drascombe-Gemeinschaft gut verfügbar sind.
Das Fazit
Die Scaffie ist ein minimalistischer, seetüchtiger kleiner Daysailer und Ruderboot, das Komfort an Bord gegen ungestörten Raum, Reichweite im Flachwasser und echte Auftriebssicherheit eintauscht. Ihr Luggertakelung und die mit der Pinne bediente Großschot machen das Segeln allein mühelos, während der Doppelkiel und das trockenfallende Ruder den Entdeckersegler ansprechen.
Vorteile
- Langkiel mit Kimmkielen macht den Innenraum frei von einem Schwertkasten
- Schaumstoff gefüllte, geformte Auftriebskörper halten das Boot bei Volllaufen auf dem Wasser
- Das Ruder reicht nicht unter die Kielsohle und bleibt beim Trockenfallen an Ort und Stelle
- Der versetzte Innenborder-Schacht ermöglicht das Rudern unter Außenborderantrieb
Nachteile
- Offenes Boot ohne Kabinenunterkunft
- Durch die Motorraumgröße auf einen Außenborder mit 2 bis 3 PS begrenzt







