Design und Herkunft
David Feltham zeichnete die Cobra 700 im Jahr 1980 als abschließendes Entwurf seiner freiberuflichen Partnerschaft mit Cobra Yachts, die 1976 mit größeren Fahrtenyachten begonnen hatte. Mit einer Länge über alles von 7,0 Metern, einer Breite von 2,64 Metern und einer Verdrängung von 2.045 kg ist die 700 das kleinste Modell der Marke, doch ihre Proportionen sind alles andere als zierlich. Der Rumpf verfügt über ein hohes Freibord und eine großzügige Breite, die zusammen mit dem für moderate Bedingungen optimierten, aerodynamischen Unterwasserschiff dem Boot im Verhältnis zu seiner Länge viel Raum bieten. Cobra Yachts baute seine Fahrten-Einrumpfyachten aus massivem GFK, und auch die 700 folgte diesem Konstruktionsweg mit Kimmkielen und eingegossenem Bleiballast von 2.000 Pfund – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 47 Prozent, das auf einen steifen kleinen Rumpf schließen lässt. (1)
Unterbringung
In diesem hohen Rumpf war die 700 als echte Fahrtenyacht mit vier Kojen in zwei Kabinen aufgeteilt. Eine Rezension in der Zeitschrift Yachting Monthly stellte fest, dass sie über eine separate Nasszelle und vier Kojen in zwei Kabinen verfügt. Die Stehhöhe von 1,8 Metern – ausreichend für ein Boot dieser Größe – verhindert, dass sich das Innere wie ein Zelt anfühlt. Das Budget-Familienkonzept ist klar: Das Boot sollte einer kleinen Crew ohne viel Schnickschnack und mit angemessener Komfort Schlafplätze bieten, und die Aufteilung in zwei Kabinen bietet ein Maß an Privatsphäre, das bei einem 23-Fuß-Boot ungewöhnlich ist.
Rigg und Handhabung
Das Masttoppslup-Rigg der 700 trägt eine Segelfläche von 245 Quadratfuß, und mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von über 300 ist der Rumpf für seine Wasserlinie kein Leichtgewicht. Dennoch sorgt die sportliche Unterwasserschiffskonstruktion dafür, dass das Boot auch bei mäßigen Bedingungen gute Leistungen erbringt. Zeitgenössische Rezensionen beschreiben das Boot als ideal geeignet für moderate Seegänge – eine Beschreibung, die zugleich eine Grenze markiert: Dies ist eine Fahrtenyacht für Küsten- und geschützte Gewässer, keine Expedition für raues Wetter. Das Kimmkiel-Layout weist einen Tiefgang von nur drei Fuß auf – ein geringer Tiefgang, der den Trailertransport erleichtert und die Toleranz gegenüber Grundberührungen an Gezeitenstränden erhöht.
Konstruktion und bekannte Schwachstellen
Der ernüchterndste Punkt in den Berichten ist, dass die Bauqualität unterdurchschnittlich war und viele der 50 Boote eher als Bausatz als fertig ausgeliefert wurden. Cobra Yachts bot mehrere Modelle als Rumpf oder Bausatz für den Selbstbau an, und die 700 gehörte dazu. Dies bedeutet, dass sich die Qualität des Innenausbaus von Boot zu Boot stark unterscheiden kann. Ein Käufer oder Eigner sollte bei Booten mit Amateur-Ausbau unregelmäßige Verarbeitung im Holzinnenausbau, unsaubere Abdichtungen der Beschläge und ungeeignete Durchführungen von Systemen erwarten.
Eignertyp
Gute Exemplare der Cobra 700 machen hervorragende, erschwingliche Einsteigerboote – ein Urteil, das auch unter Berücksichtigung der ungleichmäßigen Bauqualität Bestand hat. Da nur 50 Boote auf dem Wasser sind, belohnt das Modell den geduldigen Käufer, der ein werftseitig fertiggestelltes oder gut ausgeführtes Bausatzboot findet. Der geringe Tiefgang, die geschlossenen Nasszellen und die vier Kojen machen sie zu einem sinnvollen ersten Schritt beim Fahrtensegeln mit der Familie, ohne die Unterhaltskosten einer größeren Yacht.
Das Fazit
Die Cobra 700 ist ein kompakter, breiter und hochbordiger Feltham-Entwurf, der mit vier Kojen und solider Leistung bei mäßigem Wetter in einem 23-Fuß-Zwillingskiel-Paket überzeugt. Ihre Seltenheit und die ungleichmäßige Ausführung als Bausatz sind echte Nachteile, aber ein gepflegtes Exemplar ist ein vernünftiger, kostengünstiger Einstieg in das Fahrtensegeln.
Vorteile
- Raumig für seine Länge mit 1,8 m Stehhöhe und vier Kojen in zwei Kabinen
- Geringer Tiefgang von nur 3 Fuß bei Zwillingskielen erleichtert das Ablegen und trocknet bei Gezeiten auf
- Steifer Rumpf mit fast 47 % Ballastanteil und sportlicher Unterwasserschneide
Nachteile
- Unterdurchschnittliche Bauqualität in der gesamten Klasse
- Viele Rümpfe wurden als Bausatz fertiggestellt, was zu ungleichmäßigen Ausbauten führt
- Nur 50 Einheiten gebaut, was die Auswahl auf dem Gebrauchtmarkt einschränkt









