Design und Konstruktion
Das 30-Fuß-Entwurf von Gary Mull kombiniert einen konventionellen Flossenkiel mit einem am Spiegel aufgehängten Ruder – eine Aufteilung, bei der die Ruderkraft am Heck liegt, wo sie direkt spürbar ist. Der Rumpf ist überwiegend aus GFK gebaut, während das Deck eine Sperrholzkonstruktion ist, die mit derselben Verbundstoffhaut überzogen ist. Mit einer Breite von knapp unter 9,5 Fuß und einer verdrängten Last von fast 10.080 Pfund trägt das Boot 5.340 Pfund Bleiballast – besser als die Hälfte des Gesamtgewichts –, was der Chico ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 53 Prozent verleiht. Eine Länge in der Wasserlinie von 27 Fuß hält die Rumpfgeschwindigkeit bei etwa 7 Knoten. Dies sind die Grundpfeiler eines steifen, gut zu handhabenden Küstenbootes und nicht einer leichten Gleitmaschine. (1)
Rigg und Handhabung
Die Chico 30 ist als Masttoppslup getakelt – die Standardaufteilung für ein Boot dieser Größe in ihrer Ära – und der Segelplan treibt rund 431 Quadratfuß Segelfläche an. Die Kombination aus am Spiegel aufgehängtem Ruder und Flossenkiel sorgt zusammen mit der moderaten Breite dafür, dass das Boot direkt und ohne Drama auf das Ruder reagiert. Eine kleine Crew von zwei Personen zeigt deutlich, dass dieses Boot eher als Paarboot oder als Einhand-/Hochsee-Segelboot für Regatten und Fahrten konzipiert wurde und nicht als Familien-Wochenendboot mit vielen Kojen für eine große Gesellschaft.
Unterbringung
Die Auslegung für eine Zwei-Personen-Crew und die Gesamtlänge von 30,5 Fuß bei einer Breite von 9,5 Fuß deuten auf eine gemütliche Kabine hin, die speziell auf ein Paar zugeschnitten ist. Der Entwurf priorisierte Segelleistung und eine geringe Produktionszahl vor großzügigen Wohnbereichen unter Deck.
Das Fazit
Die Chico 30 ist ein kleines, heute nicht mehr produziertes Kielboot aus einer limitierten neuseeländischen Bauzeit von 70 Rümpfen, entworfen von Gary Mull und gebaut von Keith Eade. Ihr GFK-Rumpf mit einem Deck in Sperrholzkern, Flossenkiel und am Spiegel aufgehängtem Ruder beschreibt eine unkomplizierte Performance-Fahrtenyacht der 1970er Jahre für zwei Personen. Aufgrund der Seltenheit des Entwurfs ist jedes erhaltene Exemplar eher ein Nischenfund als ein häufiger Club-Regattaboot.
Vorteile
- Entwurf von Gary Mull mit klarer Performance-Cruiser-Pedigree
- Rumpf mit Bleiballast-Flossenkiel und einer steifen Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 53 Prozent
- Einfaches Masttoppslup-Rigg, ideal für eine zweiköpfige Crew
Nachteile
- Nur 70 Exemplare gebaut, daher sind Ersatzteile und Flottenwissen rar
- Das Sperrholzdeck birgt im Vergleich zu einer massiven GFK-Konstruktion langfristige Risiken durch Feuchtigkeit
- Begrenzte Wohnraumkapazitäten aufgrund der Konzeption für zwei Crewmitglieder








