Design und Konstruktion
Westerly baute die Pageant 23 unter der Inspektion des Lloyd’s Register, und der Rumpf trägt die Substanz, die man von diesem zertifizierten Ansatz erwartet. Die Kiele sind aus Gusseisen und jeder ist mit robusten, 1 Zoll dicken Edelstahlbolzen am Rumpf befestigt – ein solides Befestigungsdetail für ein Boot von 4.300 Pfund, das 2.094 Pfund Eisenballast bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 48,7 Prozent trägt. Laurent Giles hatte ursprünglich asymmetrische Profilformen für die Kiele spezifiziert, um das Verhalten der Kimmkiele zu optimieren, aber Westerly führte diese Optimierung aufgrund von Produktionskosten nicht durch. Was den Käufer erreichte, war daher ein unkomplizierteres Paar Gusseisen-Bilgenkiele als ursprünglich auf dem Entwurfskonzept vorgesehen, doch die durchgebolzte Montage deutet darauf hin, dass die Werft bei der Verbindung der Profile zum Rumpf keine Kompromisse eingegangen ist. (1)
Rigg und Handhabung
Die Pageant ist eine Masttoppslup mit einer Länge über alles von 23 Fuß, einer Wasserlinienlänge von 19 Fuß, einer Breite von 8 Fuß und einer Segelfläche von 236 Quadratfuß, was einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 14,28 entspricht – bescheiden, wie es sich für eine stabile kleine Fahrtenyacht und nicht für einen Regattaklassen-Renner gehört. Die Kimmkiel-Konfiguration ermöglicht es dem Boot, aufrecht auf einem Trockenfall oder einer flachen Rampe zu stehen, ein praktischer Vorteil in den Gezeitenestuarien und Kanälen ihres Heimatmarktes. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 280 und einer Rumpfgeschwindigkeit von rund 5,84 Knoten ist sie eher für ruhige Küstenfahrten als für schnelle Leistung am Wind gebaut.
Unterbringung
Unter Deck bietet die Pageant 23 eine Stehhöhe von über 1,80 m, ein Wert, der für ein 23-Fuß-Boot überrascht und die Kabine für eine erwachsene Crew absolut nutzbar macht. Eine separate Nasszelle befindet sich im Innenraum und ermöglicht Wochenendtörns ohne die provisorische Privatsphäre einer einfachen Vorhanglösung im Vorschiff. Der 57-Liter-Wassertank und der 38-Liter-Dieseltank sprechen eher für das Reviersegeln im Küstenbereich als für Langstreckenüberquerungen, aber die Aufteilung entspricht der einer echten kleinen Fahrtenyacht und nicht der eines Daysailers mit Zelt unter Deck. (1)
Das Fazit
Die Pageant 23 ist eine unauffällig kompetente britische Kimmkieler-Yacht: bescheiden unter Segeln, aber solide unter der Aufsicht von Lloyd’s gebaut, clever mit ihrer Stehhöhe und pragmatisch in den flachen Gewässern, die ein Boot mit Kimmkielen erschließt. Die Verfeinerung des abgesenkten Tragflügeldesigns ist eher eine Kuriosität als ein Mangel, und die angebolzten gusseisernen Kiele vermitteln großes Vertrauen in die Struktur.
Vorteile
- Mehr als 1,80 m Stehhöhe unter Deck in einem 23-Fuß-Rumpf
- Ein separater Nassbereich für mehr Privatsphäre
- Gusseiserne Kimmkiele, gesichert mit 2,5-cm-Edelstahlbolzen
- Gebaut unter der Inspektion des Lloyd's Register in den frühen Jahren der GFK-Bootsbau-Ära
Nachteile
- Die aerodynamischen Profile des asymmetrischen Kiels von Laurent Giles wurden aus Kostengründen verworfen
- Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Leistung bei leichtem Wind








