Design und Konstruktion
Jackett verlieh der 245 einen Rumpf mit etwas Steigung im mittleren Bereich, die nach achtern durchgezogen ist, sehr geraden Deckssülllinien und einem feinen, V-förmigen Vorschiffseintritt, während ein minimales Überhängen des Überwasserschiffs beibehalten wurde. Das Ergebnis ist ein Rumpf, der eher wie ein moderner Daysailer als wie eine kleine Fahrtenyacht wirkt. Ein sportlicher Deckssprung verleiht dem Boot eine optische Leichtigkeit, die einem Rezensenten besonders ansprechend erschien. Das Ruder ist ein cleveres Design, das bei jedem Aufprall hochklappt – eine praktische Sicherheitsvorkehrung für das Segeln in flachen Gewässern und genau die Art von Grundberührung, die ein Daysailer mit Hubkiel häufig erleben kann. Der offene Spiegel im Achterschiff unterstreicht den Fokus des Bootes auf einfachen Zugang und ein cockpitzentriertes Nutzen. (1)
Rigg und Handhabung
Die 245 ist als fraktional getakelte Carbon-Slup mit zurückgepfeilten Salingen ausgerüstet, trägt eine Segelfläche von 272 Quadratfuß und weist ein SA/D-Verhältnis von 21 auf. Die Segeltrimm-Kontrollen sind im Vorschiff auf dem kurzen Kajütaufbau gruppiert, während der Traveller der Großschot auf dem Cockpitboden direkt vor dem Steuermann positioniert ist. Die Fockschotführungen verlaufen auf dem Cockpitsumlauf für einen guten Weg zu den Winschen, wobei kürzere Fockschotführungen in die Kajütwand vor dem Umlauf eingelassen sind. Tartan bietet als Werftoptionen eine Selbstwendefock und ein ausziehbares Carbon-Bugspriet an; letzteres erweitert das Downwind-Potenzial ohne dass es vor Anker im Weg steht.
Unterbringung
Im Grunde ist es ein Boot für die Plicht: Das Design besteht zu 60 % aus Cockpit, mit Platz für vier Segelschüler und einen Ausbilder. Unter Deck ist die Situation jedoch kompromissreicher. Der Kielschacht durchbricht den Salon und vermasselt alle Bemühungen, den Bereich komfortabel zu gestalten, obwohl eine Sitzhöhe vorhanden ist und eine Bordtoilette an Backbord installiert werden kann. Die 245 ist gebaut, um zu segeln, nicht um an Bord zu leben. Die Kabine dient eher dem Schutz und der Stauung als dem Charme. (1)
Das Fazit
Die Tartan 245 ist ein reiner Daysailer, der Komfort im Salon gegen Cockpitvolumen und die Flexibilität eines geringen Tiefgangs eintauscht. Die Rumpfgeometrie von Jackett und das aufholbare Ruder machen sie auch in flachen Gewässern gutmütig, während das Carbon-7/8-Rigg und die optionale Selbstwendefock das Segeln mit kleiner Crew überschaubar halten. Der Hubkiel ist der entscheidende Vorteil und zugleich der Kompromiss: Er öffnet flache Priele und einfaches Trailern, beansprucht aber gleichzeitig viel Platz unter Deck.
Vorteile
- Der aufholbare Bulbkiel bietet einen Tiefgang von 4 Fuß abgesenkt und 1 Fuß 8 Zoll hochgezogen
- Rumpf mit weit vorn liegendem Breitenkiel und 60 % Cockpitanteil bieten eine geräumige Segelplattform
- Das klappbare Ruder schützt vor unsanften Grundberührungen
- Carbon-7/8-Rigg mit werksseitigen Optionen für Selbstwendefock und Bugspriet
Nachteile
- Der Kielschacht beansprucht die Kabine und verhindert jeglichen echten Komfort unter Deck
- Geringe Überhöhung des Überwasserschiffs und das offene Heck deuten sie als reines Segelboot für das Frühjahr und Herbst ein
- Nur Sitzhöhe vorhanden; die Nasszelle ist der einzige Kompromiss für längere Törns






