Design und Konstruktion
Cornu entwarf die 470 im Jahr 1963 als moderne GFK-Segeljolle für das Gleiten. Die Klasse ist auch heute noch ein striktes Einheitsklassen-Regattaboot (One-Design), wobei jeder Werft eine von World Sailing lizenzierte Ausrüstungserlaubnis vorweisen muss. Der Rumpf besteht derzeit aus GFK mit integrierten Auftriebstanks – eine Konstruktionswahl, die auf bewährten, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Materialien basiert. Da es sich bei der Klasse um ein One-Design handelt, sind die Geometrie und der Charakter des Bootes durch Regeln festgelegt und entwickeln sich nicht nach dem Gutdünken der Werften. Genau das ermöglicht es ihr, Jahrzehnt für Jahrzehnt als stabile Olympische Plattform zu dienen. (1)
Rigg und Segelplan
Die 470 ist mit einem Bermuda-Rigg mit Mittelschot ausgestattet – eine Aufteilung, bei der die Großschot direkt auf der Mittellinie verläuft, was für eine saubere Bewegung der Crew in der engen Zweimann-Plicht sorgt. Sie ist sowohl mit Spinnaker als auch mit Trapez ausgerüstet. Bei einer zweiköpfigen Crew, die mit einem einzigen Trapez segelt, erfordert das Boot koordinierte Athletik. Ihr hohes Segelfläche-Gewichts-Verhältnis ermöglicht es ihr, leicht zu gleiten. Die Kombination aus Trapez, Spinnaker und diesem Verhältnis bedeutet, dass gutes Teamwork die Voraussetzung ist und kein „Nice-to-have“. (1)
Leistungsprofil
Als zweihändige Einrumpf-Jolle mit Schwert ist die 470 dafür gebaut, aufzusteigen und zu beschleunigen, anstatt wie eine Fahrtenyacht am Wind zu kurbeln. Die Zahlen, die von den Ausgleichsformeln verwendet werden, bestätigen dies: Sie weist ein D-PN von 86,3 und ein RYA PN von 973 auf – beides Kennzeichen für einen schnellen, leichten Gleiter. Diese Bewertungen passen perfekt zum Konstruktionsziel des einfachen Anschwimmens und zum strengen Einheitsklassenrahmen, der jeden Rumpf unter den Regeln identisch hält.
Geschichte und Klassenerfolge
Die 470 erhielt 1969 den Status einer internationalen Klasse und wurde 1976 olympische Disziplin – eine Ära, die bis 1988 andauerte, als sie das erste olympische Segel-Event für Frauen ausrichtete. Sie ist eine World Sailing International Class, und Cornus Original von 1963 hat damit das Regattasegeln auf höchstem Niveau über Generationen hinweg geprägt. Die Langlebigkeit des Bootes als regulierte Einheitsklasse (One-Design) ist weniger eine Frage der Nostalgie als vielmehr eines Reglements, das das Konzept von 1963 unverändert bewahrt.
Das Fazit
Die Sovereign 470 ist eine Regattajolle für Puristen: Cornus GFK-Design aus dem Jahr 1963, als World Sailing Einheitsklasse mit lizenzfreier Bauweise und integrierter Auftriebskraft festgelegt, hat sich von ihrem internationalen Status im Jahr 1969 über den olympischen Dienst bis hin zum ersten Frauen-Segelwettbewerb 1988 bewährt. Sie belohnt eine koordinierte Zweimanncrew mit Trapez- und Spinnakerspeed, bietet aber dem Gelegenheitssegler nichts.
Vorteile
- Strikte Einheitsklasse mit der Aufsicht eines World Sailing Lizenzzulieferers sorgt für absolut identische Rümpfe
- Moderner GFK-Rumpf mit integrierten Auftriebstanks
- Konzipiert für einfaches Gleiten unter einem hohen Segelfläche-Gewichts-Verhältnis mit Spinnaker und Trapez
- Olympischer und internationaler Klassensportstatus seit Cornus Entwurf von 1963
Nachteile
- Erfordert beim Trapez und Spinnaker das Zusammenwirken von zwei Personen; kein Boot für gemütliche Segelstunden
- Das Jollenformat mit Schwert beschränkt sie auf das Gleiten im Regattebereich und nicht auf das Fahrtensegeln







