Design und Konstruktion
Der Rumpf verfügt über einen gut geneigten Vorsteven und ein Gegenheck. Sowohl der Rumpf als auch das Deck sind aus massivem GFK gefertigt. Strukturell wird die Außenhaut durch Ringwände verstärkt, die an beiden Enden der Plicht, um den Mast und am Achtersteven angeordnet sind – ein Gitterkonzept, das die Verstärkung dort konzentriert, wo Lasten zusammenlaufen, anstatt auf ein Sandwich-Laminat zu setzen. Teakholz wird für die Sülls, das Spritzschutzblech des Vordecks und die Fußreling auf den Seitendecks verwendet, was den sonst schlichten GRP-Oberflächen eine traditionelle Note verleiht. Der Kiel ist ein Flossenkiel mit 2.100 Pfund Bleiballast im Inneren, und das Ruder ist am Kiel aufgehängt und mit einer lackierten Fichtenpinne an seiner Radsteuerung befestigt. Mit einer Verdrängung von 3.560 Pfund bei einer Wasserlinienlänge von 16 Fuß 3 Zoll und einer Breite von 6 Fuß 3 Zoll ist das Boot kompakt und flach gebaut. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei fast 59 Prozent, was eher auf einen steifen kleinen Rumpf als auf eine schwere Fahrtenyacht hindeutet. (1)
Rigg und Handhabung
Die Piper OD ist als 7/8-Slup getakelt, mit 220 Quadratfuß Großsegel und Genua sowie zusätzlich 325 Quadratfuß Spinnaker für raume Kurse. Der Mast ist aus schwarz eloxiertem Aluminium mit einer stehenden Takelage aus Edelstahl und ist durch das Vordeck auf den Kiel gesteppt – eine robuste Konstruktion, die die Druckkräfte direkt in den Kielkörper leitet. Zwei bronzierte Lewmar-Schotwinschen befinden sich an den Seitendecks, und eine Fallwinsche ist am Mastfuß montiert. Tester berichteten auf boats.com, dass das Boot leicht und feinfühlig auf dem Ruder liege, stabil im Wellenschlag von Motorbooten und absolut schnell sei; bei Böen auf flachem Wasser innerhalb eines Bruchs lief sie mit dem Unterwasserschwein im Wind und raste förmlich dahin. Diese Kombination aus gutmütigem Rudergefühl und geringer benetzter Fläche sorgt dafür, dass sich das Boot agil anfühlt, ohne nervös zu wirken. (1)
Unterbringung
Unter dem 3/4-Deck ist das Boot unverblümt spartanisch gehalten. Eine mittlere Kuhle trägt das Großschotblock, und eine zweite, nach achtern verschiebbare Kuhle ermöglicht es dem Steuermann, sich hinzusetzen oder den Platz bei Bedarf frei zu lassen – ein genialer Zug für einen Daysailer. Regale unter den Seitendecks sind die einzige relativ trockene Stauraumlösung, und die Prüfung wies darauf hin, dass der Kasten, der die Basis für ein paar Kojen bilden könnte, auch das Potenzial für einen Auftriebskörper birgt. Es gibt keinen geschlossenen Kajütaufbau; das Boot ist dafür gebaut, aus der Plicht gesegelt zu werden, nicht darin zu leben.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige betriebliche Einschränkung, die in den damaligen Tests festgestellt wurde, ist, dass das Boot unter Außenborderantrieb nur auf der Steuerbordseite anlegen kann. Dies ergibt sich aus der serienmäßigen, freistehenden Halterung auf dem Backborddeck, die einen Langschaft-Außenborder trägt und den Anlegewinkel des Bootes beim Motoren bestimmt. Der Motor selbst wird nach dem Ausschalten zusammen mit seiner Halterung unter dem Vordeck verstaut, sodass diese Asymmetrie eher eine Frage der Manöverdisziplin als ein strukturelles Manko ist.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft einer Bootsklasse mit der Nummer 57 bedeutet, dass jedes überlebende Exemplar jahrzehntelange Regatten im Clyde- und Commonwealth-Club hinter sich hat. Die Linie der hölzernen Kielplugs ist eine Kuriosität, aber die Serienrümpfe bestehen aus robustem GFK mit klaren Ringanlagen zur Verstärkung. Strukturelle Refits konzentrieren sich daher auf die Teakholzverzierungen und die Beschläge des am Kiel aufgehängten Ruders. Das Klassenemblem – ein weißer Quadrat auf blauem Grund, das sogenannte „Blue Peter“ – ist ein kleines Zeichen für den Einheitsklassen-Charakter, der diese Boote bis heute prägt.
Das Fazit
Die Piper OD ist eine reine Ausdrucksform des One-Design-Daysailers der 1960er Jahre: Ein David Boyd-Regattaboot mit einem als Kiel-Anhängig getakelten 7/8-Rigg, eingegossenem Blei im Flossenkiel und einer Ruderpinne, die von Testern als leicht und schnell beschrieben wurde. Sie belohnt Segler, die einfache, schnelle Regatten mit offener Plicht statt von Wohnkomfort suchen.
Vorteile
- Steifer Rumpf mit geringer Verdrängung und 2.100 lb eingegossenem Bleiballast
- An Deck gesteppter Aluminiummast und Ringgerüstverstärkungen an den Belastungspunkten
- Leichtgängig, agil und schnell auf dem Ruder nach damaligen Testberichten
Nachteile
- Unter Außenborderantrieb kann nur an Steuerbord anlegen
- Minimaler Trockenraum und keine echte Kabinenaufteilung







