O'Day Widgeon 12 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Robert H. Baker·1964 – 1980·~5.300 hulls·O'Day Corp.
O'Day Widgeon 12 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · schwert
Rigg
7/8-Slup
LOA
12.33' · 3.76 m
Verdr.
180 lbs · 82 kg
Erstes Baujahr
1964

Die O'Day Widgeon 12 ist eine amerikanische Jolle, die von Robert H. Baker entworfen und 1964 von O'Day Corp. in Produktion genommen wurde. Vor dem Auslaufen der Produktion wurden 5.300 Rümpfe fertiggestellt. Mit etwas über zwölf Fuß Länge in der Wasserlinie und einer federleichten Verdrängung von nur 180 Pfund liegt sie am unteren Ende des SegelbootSegments für Freizeitboote. Dennoch wurde sie als ernstzunehmende Ausbildungs und Clubregattajolle und nicht als Spielzeug konzipiert. Die lange Produktionszeit und die hohe Stückzahl zeugen von einem Entwurf, der sowohl in Segelschulen als auch in Familienflotten eine dauerhafte Nische fand.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
12,33 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
12 ft
Breite
5 ft
Tiefgang
3,5 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Schwert
Ruder
1× —
Ballast
Verdrängung
180 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
90 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
45,17
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
46,5
Komfort-Ratio
2,69
Kenterungsverhältnis
3,54
Rumpfgeschwindigkeit
4,64 kn

Design und Konstruktion

Die Widgeon 12 ist ein Einrumpfboot aus massivem GFK mit Holzverzierungen, das überwiegend von O'Day Corp. in den USA gebaut wurde. Der Rumpf verfügt über einen fast senkrechten Vorsteven und einen vertikalen Spiegel, einziehbaren Schwert und ein am Spiegel aufgehängtes, klappbares Ruder, das über eine Pinne gesteuert wird – eine Aufteilung, die es dem Boot ermöglicht, flache Rampen zu befahren und ein Grundberühren ohne Schaden an der Steuerung zu überstehen. Zum Selbstrettungsschutz im Falle eines Kenterns ist Schaumstoff eingebaut, eine bewusste Sicherheitsvorkehrung, die zum Segelschul-Zweck des Bootes passt. Mit einer Breite von fünf Fuß und einem minimalen Tiefgang von kaum vier Zoll bei hochgezogenem Schwert lässt sich das Boot leicht trailern und von Hand zu Wasser lassen. (1)

Rigg und Handhabung

Das Boot ist mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, das ein loses Großsegel und einen versiegelten Mast aufweist. Es kann nach der Beschreibung des Werftenherstellers entweder nur mit dem Großsegel oder in der Standard-Slup-Konfiguration gesegelt werden. Das Bermuda-Rigg trägt 90 Quadratfuß Segelfläche, und zu den Werftoptionen gehörten ein Unterliekstrecker, ein Baumniederholer und eine Pinnenverlängerung zum Ausreiten – Ausrüstung, die die Kontrolle verbessert, wenn der Wind zunimmt. Probefahrer fanden die Widgeon leicht und agil sowie schnell beschleunigend – Eigenschaften, die sowohl dem Lernenden beim Trimmen als auch dem Regattasegler an der Startlinie entsprechen. Das Design hat einen Portsmouth Yardstick-Handicap von 122,6. Obwohl es bereits bei Regatten eingesetzt wurde, wird es normalerweise mit zwei Crewmitgliedern gesegelt und eher für die Segelschulung als für den Wettkampf genutzt.

Unterbringung und Einsatzzweck

Die Widgeon 12 bietet Platz für vier Personen. Die Werft gab an, das Boot sei groß genug, damit Eltern mit kleinen Kindern segeln können, und doch klein genug, um problemlos einhand zu beherrschen. Dieser doppelte Charakter prägt das Boot: eine stabile, gutmütige Plattform für Ausbildung und Familienausflüge, aber mit der Agilität und den Rigg-Optionen, die zwei Segler belohnen, die Regatten segeln wollen. Der Bugstauraum verfügt über optionale Türen, und ein Bugauge ermöglicht das Anlegen einer Festmacherleine für Liegeplatz oder Trailer. Dies sind bescheidene Ausstattungen, passend zu einer zwölf Fuß langen Jolle, deren Zweck Zeit auf dem Wasser und nicht das Leben unter Deck ist.

Das Fazit

Die Widgeon 12 ist eine kleine GFK-Jolle, die als Ausbildungsboot erfolgreich war, weil sie echte Agilität mit eingebautem Auftrieb und einem Tiefgang kombinierte, der für jeden Slip ausreicht. Die hohe Stückzahl und die lange Produktionszeit spiegeln ein Design wider, das die Bedürfnisse von Segelschulen und Familien ohne Schnickschnack erfüllte. Das Boot ist keine Fahrtenyacht und bietet keinerlei Komfort außer Sitzplätzen für vier Personen, aber als Einstiegsboot und Clubregattaboot bei leichtem Wind bleibt es ein durchdachtes, gut umgesetztes Konzept.

Vorteile

  • Integrierte Schaumstoffauftriebskörper erleichtern das Aufrichten nach einer Kenterung
  • Leichtes, direktes Handling mit schnellen Beschleunigungen
  • Flaches, aufholbares Schwert und klappbares Ruder für einfaches Slippen ins Wasser
  • Kann als reines Großsegelboot oder als vollwertige Slup gesegelt werden; werksseitige Trimm-Optionen verfügbar

Nachteile

  • Die 12-Fuß-Skala begrenzt den Einsatz auf Tagestouren und Ausbildung
  • Minimaler Stauraum und keine geschützte Unterkunft

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