Design und Konstruktion
Die North Star 500 wurde als Regatta-/Fahrtenyacht für die IOR 1/4-Ton-Cup konzipiert, und diese Herkunft prägt alles an dem Boot, das von 1973 bis 1975 von einer kanadischen Werft unter der Leitung eines renommierten Designteams gebaut wurde. Sparkman & Stephens verpassten ihrem Entwurf Nr. 2135 einen Flossenkiel und ein Skeg-aufgehängtes Ruder. Letzteres sorgt für geschützte Steuerung und ausgewogene Leistung, die sowohl für Clubregatten als auch für Küstentörns geeignet sind. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von rund 232 und einem Ballastanteil von fast 40 Prozent ist sie ein kompakter, leistungsstarker Regattaklassiker und kein träge kleines Fahrtenboot. Eine in Finnland gebaute Variante, die als Blue Bird 25 vermarktet wurde, bestätigt, dass dieser Entwurf weit über seine Heimatreviere hinaus bekannt war. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup besitzt die 500 ein hohes, schmales Vorsegeldreieck: Die I-Dimension beträgt 33 Fuß bei einer J von 10,25 Fuß, und das Großsegel mit einer Vorliek von 27,5 Fuß und einer Unterliek von 8,75 Fuß liefert rund 124 Quadratfuß Segelfläche. Die Arbeitsfock hat eine 115-prozentige Überlappung und bietet etwa 163 Quadratfuß Fläche, während die Genua bis zu einem 150-prozentigen LP von 252 Quadratfuß reicht. Ein 515-Quadratfuß-Spinnaker gehörte zur ursprünglichen Regatta-Ausrüstung. Diese Zahlen beschreiben ein Boot, das für Gleiten und hervorragende Höhe am Wind in Clubregatten gebaut wurde; das Skeg-aufgehängte Ruder und der Flossenkiel ermöglichen schnelle Wendungen und ein ausgewogenes Rudergefühl. Der Tiefgang von 5 Fuß hält das Boot in flachen Club-Ankerplätzen leicht handhabbar, während gleichzeitig der Auftrieb erhalten bleibt, den ein Flossenkiel beim Kreuzen am Wind bietet. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die North Star 500 konsequent minimalistisch gehalten. Eine V-Koje befindet sich im Vorschiff, Salonsofakojen füllen den Salon und eine kleine Pantry mit einer tragbaren Bordtoilette sorgen für ein grundlegendes, aber funktionales Interieur für zwei bis vier Personen. Die Stehhöhe beträgt bescheidene 1,78 m (5 Fuß 10 Zoll). Das reicht aus, um aufrecht zu sitzen, ist jedoch nie ausreichend, um bequem Wache unter Deck zu halten. Dies ist ein Boot, dessen Kabine dazu dient, einen Tagesegel-Regatta oder eine Wochenendtörn entlang der Küste zu unterstützen – keine schwimmende Wohnung. Der kompakte Entwurf spiegelt die IOR-Vorgaben für die Viertelton-Klasse mehr wider als jegliche Ambition auf Langstrecken-Fahrtensegeln.
Ausrüstung und Antrieb
Der ursprüngliche Antrieb war ein Universal Atomic 4 Benzin-Innenborder mit 25 PS, ein vierzylindriger Karbenmotor, der den Standard für kleine Boote dieser Ära definierte. Die Kombination aus Benzin und Atomic 4 bedeutet, dass jedes erhaltene Exemplar die übliche Wachsamkeit beim Kraftstoffsystem erfordert. Der unbestreitbare Fakt ist jedoch ein 25-PS-Motor in einem 4.300-Pfund-Rumpf – ausreichend für Hafenmanöver und eine moderate Batterieladung, aber nicht für längere Motorfahrten.
Das Fazit
Die North Star 500 ist eine reinste Ausdrucksform der Quarter-Ton-Regel der frühen 1970er Jahre: ein leichter, schneller Rumpf mit Flossen- und Skeg-Antrieb aus einem renommierten Konstruktionsbüro, gebaut in sehr geringer Stückzahl und heute eine Nischen-Rarität für Segler, die das Gefühl der IOR-Ära in einer kleinen Größe suchen. Sie belohnt einen regattafokussierten Eigner und enttäuscht jeden, der komfortable Wohnverhältnisse wie auf einer Fahrtenyacht erwartet.
Vorteile
- Sparkman & Stephens Entwurf Nr. 2135 mit echtem IOR-Quarter-Ton-Blut
- Flossenkiel und Skeg-aufgehängtes Ruder für ein geschütztes, ausgewogenes Rudergefühl
- Hohes Masttopp-Rigg mit Genua- und Spinnakerkapazität für Clubregatten
Nachteile
- Minimaler Innenraum mit nur einer tragbaren Toilette und ca. 5'10" Stehhöhe
- Benzinbetriebener Atomic 4-Motor als Hilfsmotor mit entsprechendem Pflegeaufwand für das Kraftstoffsystem
- Nur etwa 50 Einheiten gebaut, was Ersatzteile und den Erfahrungsaustausch unter Eignern einschränkt






