Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, mit Bleiballast und einem Kiel mit Schwert, was dem Boot unter den Füßen zwei völlig unterschiedliche Charaktere verleiht. Mit aufgeholtem Schwert schwimmt sie bei 1 Fuß 4 Zoll Tiefgang; lässt man es sinken, beträgt der Tiefgang 4 Fuß 4 Zoll. Dieser Wechsel von 1,33 bis 4,17 Fuß Tiefgang ist das entscheidende Geheimnis des Entwurfs: Er ermöglicht es ihr, in Priele und Flachwasserreviere einzudringen, die ein herkömmliches Boot mit Flossenkiel auf Grund laufen lassen würden, und sorgt dafür, dass sie sich bei aufgesenktem Schwert einer Brise stellen kann. Das außenliegende Ruder dreht sich an einem Bolzen (Pintle) statt an einem Rad, und die Pinne ist direkt mit dem Ruderblatt verbunden – eine einfache Konstruktion, die flache Gewässer ideal nutzt und keine verwundbaren Skegs oder freiliegenden Ruderschäfte birgt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist ein Paradebeispiel für freundliche Mehrdeutigkeit. Technisch gesehen ist es eine Masttoppketsch, bei der sich der Besan vor dem Ruderscharnier befindet. Die Nimble 24 wird fast immer als Yawl bezeichnet, da dieser winzige achterste Mast so weit zurückliegt, dass er wie das Achtersegel einer Yawl wirkt. Unabhängig vom Namen sorgt das geteilte Rigg für eine leicht zu handhabende Segelfläche – berichtet werden ca. 252 Quadratfuß –, die auf zwei kurze Masten verteilt ist statt auf einen einzigen hohen Stab. Eigner berichten, dass sie wie ein viel größeres Boot mit Langkiel sehr kursstabil zum Wind läuft, was sie auf den langen Kielschuh zurückführen. Ein Eigner verriegelte die Pinne und segelte bei 25 Knoten Wind hoch am Wind ohne dass er die Ruderpinne berühren musste. Sie wendet über etwa 100 Grad, und mit aufgeholtem Schwert und gesicherter Pinne lässt sie sich nach ein paar Grad abfallen, bleibt aber am Wind – eine nützliche Tendenz zur Selbststeuerung. Das Schwert selbst dient gleichzeitig als Art Tiefenmesser: Eigner berichten, dass sie spüren, wenn es auf Grund stößt, was das Signal dafür ist, dass es Zeit ist, umzukehren. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot eher eine kompakte Fahrtenyacht für Küstenfahrten als eine Mini-Ozeanregatta-Yacht. Eigner erwähnen einen Kartentisch für die Routeplanung, Messinglampen für warmes Licht vor Anker und einen kardanisch aufgehängten Herd, auf dem ein Eigner Kaffee ohne Auslaufen zubereiten konnte – kleine Details, die auf ein nutzbares, wenn auch enges Innenraumkonzept hinweisen. An Deck hält ein tiefer Backskisten-Locker im Cockpit das laufende Gut aufgerollt und griffbereit, und der Außenborderschacht schützt den Motor, ohne in der Kabine Platz zu beanspruchen.
Eigentumsmerkmale
Nimble Boats wurde 1985 von Jerry Koch gegründet, der mit Ted Brewer an den Modellen Nimble 20 und 30 zusammenarbeitete, bevor die 24 als verlängerte Ableitung auf den Markt kam. Koch starb im Jahr 2003, und nach den frühen 2000er Jahren wurden nur noch wenige Nimbles gebaut. Dies stellt die 24 unter eine begrenzte und nun alternde Gruppe exzentrischer amerikanischer Fahrtenyachten.
Das Fazit
Die Nimble 24 ist eine charaktervolle Fahrtenyacht mit geringem Tiefgang, die absolute Geschwindigkeit gegen Freiheit im Flachwasser und überraschende Seetüchtigkeit auf ihrem Flachkiel eintauscht. Das geteilte Ketsch- oder Yawl-Rigg ist einhand leicht zu bedienen, und die Warnung des Schwertes bei zu geringem Tiefgang ist eine wirklich clevere Hilfestellung beim Fahrtensegeln. Sie ist jedoch ein kleines Boot mit geringer Breite und begrenztem Innenraumvolumen, und ihre Produktionszeit war so kurz, dass die Suche nach einem Boot in gutem Zustand Geduld erfordert.
Vorteile
- Das Schwert sorgt für einen minimalen Tiefgang von 1'4" aufgeholten und 4'4" abgesenkten Zustand für das Anlanden im Flachwasser und hervorragende Leistung am Wind
- Bleibt laut Berichten der Eigner auf Kurs wie ein Langkieler bei der Aufkreuzfahrt stabil
- Der geteilte Rigg ist mit kleiner Crew leicht zu handhaben; die Achterbesegelung lädt zum Spitznamen „Yawl“ ein
- Die Bump des Schwerts signalisiert den idealen Wendepunkt im Flachwasser
Nachteile
- Die geringe Breite von 8,25 Fuß schränkt den Wohnraum ein
- Begrenzte Stückzahl nach dem Tod von Koch im Jahr 2003; nur wenige wurden in den frühen 2000er-Jahren gebaut
- Der Außenborderschacht und das direkt über die Pinne gesteuerte Ruder sind einfach, aber bei intensiver Nutzung anfällig für Umwelteinflüsse









