Design und Klassen-Heritage
Groops Entwurf von 1967 wurde speziell als Einheitsklassen-Regattaboot konzipiert. Die Klasse regt sich nach wie vor in hohem Wettbewerb in zwölf Ländern von Finnland bis zu den Vereinigten Staaten, organisiert durch nationale Verbände in acht Nationen und eine internationale Vereinigung mit 1.700 Eignern. Sie ist die zweitgrößte internationale Kielyacht-Klasse von World Sailing weltweit – ein Status, der erklärt, warum ein Boot, das vor fast sechzig Jahren entworfen wurde, immer noch neue Käufer findet. Der Rumpf misst 8,31 Meter LOA bei einer Wasserlinienlänge von 6,30 Metern, einer Breite von 2,19 Metern und einem Flossenkiel-Tiefgang von 1,32 Metern. Ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 49,97 Prozent und eine Verdrängung, über die verschiedene Quellen unterschiedliche Angaben machen (1.450 kg laut Klassenregeln, 3.190 lb laut Yachting Monthly), ordnen sie im Lager der Leichtdeplacement-Regattaboote ein. Mit einem tiefen Flossenkiel und kurzer Wasserlinie dreht sie im Hafen bei Anker schnell auf das Ruder an, ein Merkmal, das ihr in engen Manövern ein größeres Gefühl verleiht, als ihre Länge vermuten lässt. (1)
Konstruktion und Decks-Layout
Artekno of Finland stellte die H-Boats her, und die Klasse wird von zwei von World Sailing lizenzierten Werften nach hohen Qualitätsstandards gebaut. Der massive GFK-Rumpf trägt einen Eisenballast und ein Spatenruder sowie eine selbstlenzende Plicht, die zusätzliche Sicherheit im rauen Wasser bietet. An Deck sorgen ein großes Vordeck und breite Seitendecks dafür, dass das Segelhandling zum Genuss wird. Die Plicht ist durch einen Großschotbügel in einen vorderen Bereich für das Trimmen und eine hintere Zone für den Steuermann unterteilt. Fußstützen sind vorhanden, um das Crew-Hängen zu erleichtern – notwendig, wenn das Boot bei einer starken Krängung mit einer aufgekreuzten Vierer- oder Dreier-Crew hart am Wind gesegelt wird. Der an Deck stehende Mast lässt sich leicht aufstellen und legen, und die Breite liegt weit unter den Grenzwerten für den Straßentransport, was den 1.450 kg schweren Rumpf absolut trailerbar macht. (1)
Rigg und Handhabung
Die 7/8-Slup trägt ein Vorsegel und einen symmetrischen Spinnaker mit 36 Quadratmetern Segelfläche, angetrieben von einem großen Großsegel und einer kraftvollen, durch Latten gesegelten Fock. Sie läuft bereits bei fünf Knoten Wind los und wurde ursprünglich für schnelles Segeln konzipiert. Sie bleibt auch für ihre Größe ein recht schnelles Boot. Eigner berichten, dass sie sie schon bei 50 Knoten Wind mit drei Reffen und einer Sturmfock gesegelt haben, und die Klassenvereinigung weist darauf hin, dass sie auf rauer See, bei starkem Wind und sogar Sturm absolut sicher ist, ohne Kentergefahr. In der Zeitschrift Yachting Monthly fanden Rezensenten eine seltene Kombination aus Eleganz, Nervenkitzel und der Seetüchtigkeit eines viel größeren Bootes, das gleichermaßen für anspruchsvolle Clubregatten oder schnelle Törns geeignet ist. (1)
Unterbringung
Unter Deck neigt das H-Boat eher zum Camping als zum Küstencaravanen. Die Fenster des Kajütaufbaus und die große Bugklappe fluten den weißen Gelcoat-Innenraum mit Licht, obwohl der Ausbau nicht an die Standards eines modernen Neuboots heranreicht. Zwei Seitenschlafkojen im Salon bieten Erwachsenen Schlafplätze, eine V-Koje im Vorschiff entspricht der Größe der First 27 SE, und ein Tester zählte vier Erwachsene, die bequem Platz fanden. Die Sitzhöhe ist vorhanden, aber keine Stehhöhe prägt den Kajütaufbau mit niedrigem Freibord. Ein Bereich für eine tragbare Toilette befindet sich unter dem Eingang hinter einem Schleier – eine Einschränkung der Privatsphäre, die ein Rezensent als Dealbreaker für Paare bezeichnete, die Abgeschiedenheit suchen. Die tiefe Bilge dient als Stauraum, vordere Arbeitsflächen verbergen Schubladen und die furnierten Schotten verleihen dem ansonsten spartanischen Innenraum einen edlen Touch, der immer noch alles für einen komfortablen Törn bereithält.
Bekannte Schwachstellen
Klassische Berichte weisen auf eine feuchte Fahrt und das Fehlen eines Rollfocks als Klassenfehler hin, zusammen mit einer unhandlichen Außenborderbedienung, die Eignern zufolge die Kontrolle im Hafen erschwert. Das Ankern ist etwas umständlich: Der große Danforth liegt in der Backskiste mit der Kette im Bilgenwasser zur Gewichtsreduzierung, obwohl Decksformen für eine Ankerwinde und einen Fallrohrauslass vorhanden sind. Diese Mängel können durch moderate Investitionen behoben werden.
Das Fazit
Die H-Boat ist eine zeitlose Einheitsklasse, die das Seeverhalten einer großen Yacht in einem trailerbaren 27-Fuß-Boot bietet – auf Kosten von Privatsphäre und modernem Innenraumkomfort.
Vorteile
- Bewährte Regatta-/Fahrtenyacht mit aktiven internationalen Einheitsklassen-Flotten
- Leichtwindleistung und echtes Überleben im Sturm ohne Kentergefahr
- Trailerbares, an Deck stehendes Rigg, selbstlenzendes Cockpit, agile Spatenruder
Nachteile
- Kein geschlossener Nassbereich; nur ein tragbares WC mit Vorhangsperre
- Nasses Segeln, kein Rollfock, unhandliche Außenborder-Bedienung im Hafen
- Spartanischer Innenraum unter den Standards moderner Neubauten







