Fabola Campus 600 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Bernt Lindquist·1984 – 1997·~400 hulls·Fabola AB
Ungefähre Zeichnung

Zeige auf eine Messung, um den Wert zu sehen

Rumpfart
Einrumpf · schwert
Rigg
7/8-Slup
LOA
20.18' · 6.15 m
Verdr.
772 lbs · 350 kg
Erstes Baujahr
1984

Die Fabola Campus 600 ist eine schwedische 20FußUltraleichtRegattayacht, die von Bernt Lindquist entworfen und zwischen 1984 und 1997 von Fabola Boats gebaut wurde. In diesen dreizehn Produktionsjahren wurden rund 400 Exemplare auf den Markt gebracht. Mit einer Verdrängung von nur 772 Pfund gehört sie zu den leichtesten Kielbooten ihrer Länge, die je in Serie gebaut wurden. Das Designkonzept stand nie im Vordergrund des Fahrtenkomforts, sondern ganz klar der pure Geschwindigkeit auf der Regattabahn.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
20,18 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
16,4 ft
Breite
7,05 ft
Tiefgang
3,44 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Schwert
Ruder
1× —
Ballast
276 lbs (Eisen/Wasser)
Verdrängung
772 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
19,91 ft
Unterliek Großsegel
7,71 ft
Vorsegeldreieck Höhe
18,37 ft
Vorsegeldreieck Basis
7,55 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
19,86 ft
Segelfläche
172 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
32,7
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
35,75
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
78,13
Komfort-Ratio
5,04
Kenterungsverhältnis
3,07
Rumpfgeschwindigkeit
5,43 kn

Design und Konstruktion

Was die Campus 600 auszeichnet, ist ihre extrem strenge Gewichtskontrolle. Bei einer Verdrängung von nur 772 lbs und einem Ballast von 276 lbs aus Eisen und Wasser weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 35,75 Prozent auf. Dennoch ist die Gesamtmasse so gering, dass die Ultraleichtbauweise als dominierendes Charaktermerkmal wahrgenommen wird und nicht der Ballast selbst. Der Rumpf ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Schwertkiel, was einen minimalen Tiefgang von 0,59 ft und einen maximalen von 3,44 ft ermöglicht – eine Schwenkkiel-Konstruktion, die es ihr erlaubt, trockenzufallen oder auf dem Trailer zu lagern, während sie vor dem Wind bei abgesenktem Schwert ordentlich Fahrt macht. Ihre Länge über alles beträgt 20,18 ft bei einer Wasserlinienlänge von 16,40 ft und einer Breite von 7,05 ft. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 78,13 bestätigt einen Rumpf, der deutlich leichter ist als typische Küstenkreuzer dieser Ära. Die Stabilität kommt eher durch Form als durch Masse: Sie ist stabil und steif, doch dieselbe Quelle warnt vor einer geringen Aufrichtfähigkeit im Kenterfall, eine direkte Folge des minimalen Ballasts und des federleichten Rumpfs. Das Kenterungsverhältnis von 3,08 und die Komfort-Ratio von 5,04 unterstreichen, dass dies eine Plattform für Agilität ist, nicht für das Überleben auf hoher See. (1)

Rigg und Handhabung

Die Campus 600 ist als 7/8-Slup mit einer Segelfläche von 172 Quadratfuß (ca. 16 m²) getakelt, aufgeteilt in ein Großsegel von 76,75 Quadratfuß (ca. 7 m²) und ein Vorsegel von 69,35 Quadratfuß (ca. 6,4 m²). Die I-, J-, P- und E-Dimensionen (18,37, 7,55, 19,91 bzw. 7,71 Fuß) beschreiben ein Rigg mit einem moderaten Vorsegeldreieck und einem relativ hohen Großsegel, das zum Leichtdeplacement-Rumpf passt. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 32,76 ist sie für ihr Gewicht sehr leistungsfähig gesegelt, und die Bewertungen bezeichnen sie als eine Boot mit sehr hoher Leistung und der nötigen Steifigkeit, um dieses Segel zu tragen. Ihre Rumpfgeschwindigkeit liegt theoretisch bei 5,43 Knoten, aber aufgrund der geringen Verdrängung beschleunigt sie bei Wind und im Surfen deutlich darüber hinaus. Die Einbaumotorisierung wird mit 0 PS und 0 Gallonen Kraftstoffkapazität angegeben, was bestätigt, dass der Antrieb bestenfalls als Hilfsmotor dient und das Boot von seinem Rigg und seiner Crew lebt oder stirbt. (1)

Unterbringung

Im Sinne eines Wohnbootes gibt es keinen Innenraum. Die technischen Daten listet keine Kabinen, keine Kojen, keine Nasszellen, keine Stehhöhe und keine Wasserkapazität auf. Dies ist kein Mangel an Daten, sondern Ausdruck des Konzepts: Die Campus 600 war als Regattaboot konzipiert – als Day-Racer oder für Kurzstrecken, bei denen Zuladung und Wohnkomfort zugunsten der Geschwindigkeit geopfert werden. Ein Käufer, der eine kleine Fahrtenyacht erwartet, findet keinerlei Komforte der größeren Fabola-Modelle oder anderer Konkurrenzboote; der offene Rumpf ist das Regattarevier selbst. (1)

Bekannte Schwachstellen

Die einzige sicherheitsrelevante Einschränkung dieses Designs ist die geringe Aufrichtfähigkeit im Fall einer Kenterung – ein Merkmal der extrem leichten Verdrängung und des Ballasts aus Eisen und Wasser, kein Produktionsfehler. Das selbstständige Aufrichten nach einem Sonnenschuss ist keine Stärke dieses Rumpfes, und bei Crew über Bord oder einer vollständigen Kenterung ist sofortige externe Hilfe erforderlich. (1)

Refits und Eignerschaft

Da die Produktion 1997 mit 400 gebauten Einheiten endete, existiert die Campus 600 heute eher als etablierte Klassiker unter den Gebrauchtregattayachten als als aktuelles Modell. Der Fokus für Eigner liegt auf der Trimmung des Riggs, der Wartung des Schwertkastens und dem Trailern. Der massive GFK-Rumpf und das einfache 7/8-Slup-Rigg bedeuten, dass die Systeme überschaubar sind. Die leichte Struktur bestraft jedoch Vernachlässigung bei Lagerung und Slipanlagen härter als bei einem schwereren Boot.

Das Fazit

Die Fabola Campus 600 ist eine reinste Ausdrucksform des Ultraleicht-Rennboot-Ideals: 350 kg GFK und Wasserballast, optimiert von Bernt Lindquist auf Geschwindigkeit an erster Stelle und alles andere zweitrangig. Sie ist steif, schnell und einfach zu lagern, bietet jedoch keinerlei Komfort und nur ein begrenztes Aufrichtungsvermögen.

Vorteile

  • Die außergewöhnlich geringe Verdrängung sorgt für hohe Leistung pro Segelfuß
  • Der Schwertkiel ermöglicht einen Tiefgang von nur 0,59 Fuß für flache Gewässer und den Trailertransport
  • Steif und stabil bei normalen Rennkrängungswinkeln

Nachteile

  • Geringe Aufrichtfähigkeit bei Kenterung
  • Keine Kabinen, Kojen, Nasszellen oder Wasserkapazität – reiner Regattaboot-Einsatz
  • Der Hilfsmotor ist mit 0 PS und ohne Kraftstoffkapazität angegeben

Ähnliche Segelboote

12 vergleichbare Designs · ähnliche LOA, Verdrängung & Rigg