Design und Konstruktion
Was die Campus 600 auszeichnet, ist ihre extrem strenge Gewichtskontrolle. Bei einer Verdrängung von nur 772 lbs und einem Ballast von 276 lbs aus Eisen und Wasser weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 35,75 Prozent auf. Dennoch ist die Gesamtmasse so gering, dass die Ultraleichtbauweise als dominierendes Charaktermerkmal wahrgenommen wird und nicht der Ballast selbst. Der Rumpf ist ein solider GFK-Einrumpfer mit Schwertkiel, was einen minimalen Tiefgang von 0,59 ft und einen maximalen von 3,44 ft ermöglicht – eine Schwenkkiel-Konstruktion, die es ihr erlaubt, trockenzufallen oder auf dem Trailer zu lagern, während sie vor dem Wind bei abgesenktem Schwert ordentlich Fahrt macht. Ihre Länge über alles beträgt 20,18 ft bei einer Wasserlinienlänge von 16,40 ft und einer Breite von 7,05 ft. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 78,13 bestätigt einen Rumpf, der deutlich leichter ist als typische Küstenkreuzer dieser Ära. Die Stabilität kommt eher durch Form als durch Masse: Sie ist stabil und steif, doch dieselbe Quelle warnt vor einer geringen Aufrichtfähigkeit im Kenterfall, eine direkte Folge des minimalen Ballasts und des federleichten Rumpfs. Das Kenterungsverhältnis von 3,08 und die Komfort-Ratio von 5,04 unterstreichen, dass dies eine Plattform für Agilität ist, nicht für das Überleben auf hoher See. (1)
Rigg und Handhabung
Die Campus 600 ist als 7/8-Slup mit einer Segelfläche von 172 Quadratfuß (ca. 16 m²) getakelt, aufgeteilt in ein Großsegel von 76,75 Quadratfuß (ca. 7 m²) und ein Vorsegel von 69,35 Quadratfuß (ca. 6,4 m²). Die I-, J-, P- und E-Dimensionen (18,37, 7,55, 19,91 bzw. 7,71 Fuß) beschreiben ein Rigg mit einem moderaten Vorsegeldreieck und einem relativ hohen Großsegel, das zum Leichtdeplacement-Rumpf passt. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 32,76 ist sie für ihr Gewicht sehr leistungsfähig gesegelt, und die Bewertungen bezeichnen sie als eine Boot mit sehr hoher Leistung und der nötigen Steifigkeit, um dieses Segel zu tragen. Ihre Rumpfgeschwindigkeit liegt theoretisch bei 5,43 Knoten, aber aufgrund der geringen Verdrängung beschleunigt sie bei Wind und im Surfen deutlich darüber hinaus. Die Einbaumotorisierung wird mit 0 PS und 0 Gallonen Kraftstoffkapazität angegeben, was bestätigt, dass der Antrieb bestenfalls als Hilfsmotor dient und das Boot von seinem Rigg und seiner Crew lebt oder stirbt. (1)
Unterbringung
Im Sinne eines Wohnbootes gibt es keinen Innenraum. Die technischen Daten listet keine Kabinen, keine Kojen, keine Nasszellen, keine Stehhöhe und keine Wasserkapazität auf. Dies ist kein Mangel an Daten, sondern Ausdruck des Konzepts: Die Campus 600 war als Regattaboot konzipiert – als Day-Racer oder für Kurzstrecken, bei denen Zuladung und Wohnkomfort zugunsten der Geschwindigkeit geopfert werden. Ein Käufer, der eine kleine Fahrtenyacht erwartet, findet keinerlei Komforte der größeren Fabola-Modelle oder anderer Konkurrenzboote; der offene Rumpf ist das Regattarevier selbst. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die einzige sicherheitsrelevante Einschränkung dieses Designs ist die geringe Aufrichtfähigkeit im Fall einer Kenterung – ein Merkmal der extrem leichten Verdrängung und des Ballasts aus Eisen und Wasser, kein Produktionsfehler. Das selbstständige Aufrichten nach einem Sonnenschuss ist keine Stärke dieses Rumpfes, und bei Crew über Bord oder einer vollständigen Kenterung ist sofortige externe Hilfe erforderlich. (1)
Refits und Eignerschaft
Da die Produktion 1997 mit 400 gebauten Einheiten endete, existiert die Campus 600 heute eher als etablierte Klassiker unter den Gebrauchtregattayachten als als aktuelles Modell. Der Fokus für Eigner liegt auf der Trimmung des Riggs, der Wartung des Schwertkastens und dem Trailern. Der massive GFK-Rumpf und das einfache 7/8-Slup-Rigg bedeuten, dass die Systeme überschaubar sind. Die leichte Struktur bestraft jedoch Vernachlässigung bei Lagerung und Slipanlagen härter als bei einem schwereren Boot.
Das Fazit
Die Fabola Campus 600 ist eine reinste Ausdrucksform des Ultraleicht-Rennboot-Ideals: 350 kg GFK und Wasserballast, optimiert von Bernt Lindquist auf Geschwindigkeit an erster Stelle und alles andere zweitrangig. Sie ist steif, schnell und einfach zu lagern, bietet jedoch keinerlei Komfort und nur ein begrenztes Aufrichtungsvermögen.
Vorteile
- Die außergewöhnlich geringe Verdrängung sorgt für hohe Leistung pro Segelfuß
- Der Schwertkiel ermöglicht einen Tiefgang von nur 0,59 Fuß für flache Gewässer und den Trailertransport
- Steif und stabil bei normalen Rennkrängungswinkeln
Nachteile
- Geringe Aufrichtfähigkeit bei Kenterung
- Keine Kabinen, Kojen, Nasszellen oder Wasserkapazität – reiner Regattaboot-Einsatz
- Der Hilfsmotor ist mit 0 PS und ohne Kraftstoffkapazität angegeben


