Design und Konstruktion
Der Rumpf von Cardell ist eine handaufgelegte GFK-Hülle mit einem eisernen Flossenkiel mit Bulbkiel – eine Konfiguration, die den Schwerpunkt senkt, um das aufrichtende Moment zu erhöhen, während der Tiefgang für moderate Marinas flach genug bleibt. Der Kiel selbst ist aus Eisen, und die Geometrie des Bulbs sorgt dafür, dass das Boot je nach Beladung bei etwa 3,94 bis 4,24 Fuß Tiefgang liegt. Im Vergleich zu einer Langkiel-Version macht der Flossenkiel das Boot manövrierfreudiger, aber weniger kursstabil – ein bekannter Kompromiss bei kleinen Performance-Fahrtenyachten. Das solide GFK-Ansatz des Werfters bedeutet, dass die Struktur unkompliziert ist, und die geringe saisonale Wartungsaufwand des Rumpfmaterials eignet sich hervorragend für Eigner, die Zeit auf dem Wasser statt im Bilgenwasser verbringen möchten. (1)
Rigg und Handhabung
Die Balaton 24 ist als Masttoppslup getakelt, wobei der größte Vorteil die Einfachheit und die Möglichkeit liegt, die Segelfläche niedriger zu setzen als bei einem 7/8-Rigg, was das Krängungsmoment bei gleicher Segelfläche verringert. Die Arbeitssegelfläche für Großsegel und Fock beträgt 272,3 Quadratfuß. Die Schotlängen sind praktisch und einheitlich gehalten: Die Fock- und Genuaschoten haben eine Länge von etwa 24,4 Fuß mit einer Dicke von 3/8 Zoll, die Großschot 61,1 Fuß mit demselben Durchmesser und die Spinnakerschoten 53,8 Fuß. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 42 Prozent, was höher ist als bei 62 Prozent vergleichbarer Konstruktionen, und die Verdrängungslänge von 210 ordnet sie unter den „moderaten Regattayachten“ ein, bei denen mehr als die Hälfte der ähnlichen Boote schwerer eingestuft ist. Cardell hat offenbar eine etwas schnellere Rumpfform gewählt, und die Agilität des Flossenkiels unterstützt diesen Ansatz perfekt. (1)
Leistungsprofil
Die Zahlen aus dem Konstruktionsplan zeichnen ein klares Bild eines leichten, schmalen und komfortablen kleinen Bootes. Das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei 3,12, was sie schlanker macht als 69 Prozent ähnlicher Segelboote, während das Kenterungsverhältnis von 1,87 sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten qualifizieren würde. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,2 Knoten. Die Komfort-Ratio liegt zwischen 18,7 und 21,2, was ihr laut Angaben mehr Komfort als 76 Prozent ähnlicher Entwürfe verleiht, und die Tiefgangsverdrängung liegt bei etwa 578 Pfund pro Zoll. Die benetzte Fläche beträgt rund 17 m² (182 ft²). Nichts davon macht sie zu einer schweren Langstrecken-Fahrtenyacht, aber es erklärt, warum sie sich für ihre Größe sehr stabil anfühlt.
Unterbringung
Unter Deck ist die Balaton 24 mit fünf Kojen ausgestattet, und die Stehhöhe liegt nahe dem Durchschnitt der Klasse. Die Anzahl der Kojen ist großzügig für ein 24-Fuß-Boot und unterstreicht ihre Rolle als Wochenend-Küstenkreuzer und weniger als Daysailer mit Kabine.
Das Fazit
Die Balaton 24 ist eine gut durchdachte kleine Slup: schmal, gut ballastiert und für ihre Länge komfortabel abgestimmt, mit einem wartungsarmen Rumpf und einem flachgehenden Bulbkiel, der ihren Revierbereich erweitert. Sie ist keine steife Langstrecke, aber als Entwurf aus den späten 1960er Jahren bietet sie Einfachheit und Fahrt im besten Verhältnis zu den meisten ihrer Altersgenossen.
Vorteile
- Handaufgelegter GFK-Rumpf mit minimalem saisonalen Pflegeaufwand
- Bulb-Flossenkiel senkt den Schwerpunkt und hält den Tiefgang unter 1,30 m (4,25 Fuß)
- Einfachheit des Masttopp-Riggs mit geringerem Krängungsmoment als bei 7/8-Rigg-Konfigurationen
- Komfort- und Ballastverhältnisse sind überlegen zu den meisten ähnlichen Konstruktionen
Nachteile
- Der Flossenkiel opfert im Vergleich zu einem Langkiel die Kursstabilität
- Geringer Tiefgang und geringe Verdrängung begrenzen die Seetüchtigkeit bei schwerem Wetter








