Design und Konstruktion
Der Rumpf von Ortang ist aus massivem GFK gefertigt, und die Verdrängung des Bootes von rund 6.945 Pfund wird durch etwa 3.100 Pfund Ballast mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 45 Prozent abgesichert. Der Kiel selbst besteht aus Eisen statt aus Blei – eine Entscheidung, die die Gießkosten senkt, aber zu den Korrosionsproblemen führt, die jedes gebrauchte Exemplar früher oder später aufweisen wird. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3,44 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 307 wird die Alo 28 zu den schweren Fahrtenyachten gezählt, und ihre Breite von 8 Fuß 4 Zoll verleiht ihr die Formstabilität, die diese Werte implizieren. Der Flossenkiel mit Bulb hat je nach Beladung einen Tiefgang zwischen 4,99 und 5,29 Fuß, was das Boot innerhalb der Tiefgangsgrenzen der meisten Marinas hält und gleichzeitig ein nützliches aufrichtendes Moment bewahrt. (1)
Rigg und Handhabung
Die Masttoppslup weist ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,3 bei dem ISO-Referenzsegel und 18,2 mit einer 135-prozentigen Genua auf. Das Rigg lässt sich im Vergleich zur breiteren Flotte als unterdimensioniert betrachten: Sie trägt mehr Rigg, als nur 46 Prozent ähnlicher Segelboote, was sie für ihre Verdrängung etwas untertakelt macht. Ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,2 Knoten, und das Kenterungsverhältnis von 1,75 deutet darauf hin, dass sie allein nach dieser Formel für Hochseeprojekte zugelassen werden könnte. Die Komfort-Ratio von 26,5 und eine relative Geschwindigkeitsleistung von 24 beschreiben ein Boot, das eher darauf ausgelegt ist, sich in die See zu legen, als darüber zu sprinten. Das stehende und laufende Gut sind auf eine kleine Crew abgestimmt: Die Fallen haben eine Länge von 24,1 Metern bei 8 mm, die Schoten für Fock und Genua sind 8,8 Meter lang bei 10 mm, und die Großschot misst 21,9 Meter bei 10 mm.
Bekannte Schwachstellen
Der eiserne Kiel ist der strukturelle Schwachpunkt, mit dem Eigner rechnen müssen. Da der Kiel aus Eisen und nicht aus Blei besteht, führt eine anhaltende Feuchtigkeitseintrittsstelle an der Rumpf-kiel-Verbindung zu Rostbildung und dem Verlust der Befestigungselemente. Jedes Gebrauchtboot sollte daher genau auf diese Naht untersucht werden. Die benetzte Fläche von etwa 215 Quadratfuß bedeutet, dass ein vollständiges Antifouling-Aufbringen und -Auftragen jährlich erhebliche Kosten verursacht. Zudem zeigt die Immersionsrate von 630 Pfund pro Zoll, wie schnell zusätzliche Tanks oder Ausrüstung das Freibord und die Leistung des Bootes beeinträchtigen.
Refits und Eignerschaft
Mit unter 200 gebauten Booten und einer Produktion, die 1972 begann, ist die Alo 28 eine kleine Klasse mit einem dünnen Markt für Ersatzteile. Die Durchmessereinstellungen des Riggs ermöglichen es dem Eigner, Fallen und Schoten ohne Messen neu zu bestellen. Der Eisenkiel und der GFK-Rumpf bedeuten jedoch, dass sich jedes strukturelle Refit eher auf Korrosionsschutz als auf den Austausch des Sandwichkerns konzentriert.
Das Fazit
Die Alo 28 ist eine bescheidene, ehrlich gebaute norwegische Fahrtenyacht. Ihre Werte als schwere Fahrtenyacht und ihr Flossenkiel mit Bulb machen sie zu einem berechenbaren Boot für Küstenfahrten und moderate Offshore-Einsätze. Sie ist für ihr Gewicht etwas untertakelt und trägt einen Eisenkiel, der Respekt verlangt. Doch ihr ausreichend geringer Tiefgang und die bekannten Spezifikationen des Riggs machen sie zu einer praktischen Option für Eigner von kleineren Booten.
Vorteile
- Schwerer Fahrtenyacht-Verdrängung und 45-prozentiger Ballastanteil für ein ruhiges Seeverhalten
- Flossenkiel mit Bulbkiel und unter 1,60 m Tiefgang beladen, ideal für die meisten Marinas
- Voll dokumentierte Rigggrößen vereinfachen den Austausch
Nachteile
- Der Eisenkiel neigt an der Rumpfnachbildung zur Korrosion
- Im Vergleich zu zeitgenössischen Segelbooten etwas untertakelt
- Kleine Klasse mit weniger als 200 gebauten Booten begrenzt die Verfügbarkeit von Ersatzteilen









