Design und Konstruktion
Der Rumpf der Ranger 265 trägt achtern über der Wasserlinie Kimmungen, ein Merkmal, das heute Standard ist, aber Mitte der 1990er Jahre ungewöhnlich war, als Thomas zu den ersten Konstrukteuren gehörte, die sie anwandten. Diese Kimmungen sind eher abgerundet als scharf konturiert. Sie leisten echte Arbeit: Wenn das Boot krängt, erhöhen sie die Formstabilität, während die benetzte Fläche klein bleibt, um die Leichtwindleistung zu verbessern. Zudem reduzieren sie das Rollen deutlich beim Segeln vor dem Wind bei starkem Wind und unruhiger See. Die knickgatterige Form vergrößert zudem das Wohnvolumen im Achterschiff und ermöglicht eine breitere Plicht mit mehr Platz für die Crew, was dem Boot das Gefühl einer größeren Yacht verleiht. (1)
Rigg und Handhabung
Ein 7/8-Slup-Rigg mit Selbstwendefock und Einleinen-Riggreff machte die 265 einhand oder mit kleiner Crew leicht zu handhaben. Die Selbstwendefock hat eine Fläche von 9,3 m² (100 Quadratfuß) und das Großsegel 19 m² (204 Quadratfuß), ein bescheidenes, aber effektives Rigg. Ein Prüfer des praktischen Bootseigners setzte ein Exemplar mit Zwillingskielen bei Böen über 30 Knoten unter einem tief gerefften Segelplan auf See und stellte fest, dass es sich hervorragend schlug, ohne übermäßige Krängung oder spürbare Luvgierigkeit. Die Stabilität war dank der weit nach achtern getragenen Breite im Vergleich zu früheren Hunter-Modellen deutlich höher. Die „Zwillingsflossen“ der Kimmkiele – mit ihrer effizienten Form, dem tiefen Schwerpunkt und dem relativ geringen Tiefgang – weisen einen bemerkenswert hohen Winkel der Stabilität (Stabilitätswinkel) von 147° auf, was einer der Gründe ist, warum dieser 27-Fuß-Rumpf trotz seiner Länge eine echte Hochsee-Yacht ist. Auch im Zwillingskiel-Format zeigt sich die Konstruktion mit guten Segeleigenschaften. (1)
Unterbringung
Die lange Wasserlinie von 22 Fuß 4 Zoll und der breite Spiegel maximieren das Innenraumvolumen. Die Schlafplätze bieten Platz für vier Erwachsene plus zwei Kinderkojen im Vorschiff, aufgeteilt in einem halboffenen Layout, das eine Doppelkoje in der Achterkabine und eine separate Doppel-Eignerkabine achtern umfasst – ein entscheidender Verkaufsargument. Eine Nasszelle befindet sich am Fuße des Niedergangs, was sie sowohl für die Plicht als auch nahe dem Schwerpunkt des Bootes sehr praktisch macht. Mit einer Breite von 9 Fuß 2 Zoll ist die Ranger 265 klein genug, dass sich ein Crewmitglied bequem abstützen kann, während es am Wind sitzt.
Bekannte Schwachstellen
Von neu wurden zwei Motorisierungsvarianten angeboten: ein außenliegender Motor in einem tiefen Heckkasten, der zwar anfangs weniger kostete, aber eine ungünstigere Ergonomie als ein Innenborder bietet, und ein Einbaudiesel. Die meisten Boote erhielten einen 9 PS starken Einzylinder-Yanmar 1GM; seitdem wurden immer mehr Boote mit einem größeren Zweizylinder-Beta mit 14 PS nachgerüstet. Ein Käufer eines Exemplars mit Außenborderschacht sollte den unhandlichen Zugang und die mangelnde Ergonomie gegen den geringeren ursprünglichen Anschaffungspreis abwägen.
Refits und Eignerschaft
Der Übergang vom Außenborderschacht zum Innenborder und der spätere Schritt zu den 14 PS starken Beta-Zwillingsmotoren zeigen, dass die Eigner das Design stets aktuell halten. Eine aktive Eignervereinigung unterstützt die Klasse unter hunterassociation.org.uk. Der Übergang im Jahr 1999 zur Channel 27 und der gemeinsame Rumpf mit der Pilot 27 bedeuten, dass Ersatzteile und Wissen zwischen den drei Modellen geteilt werden.
Das Fazit
Die Ranger 265 ist eine kompakte Fahrtenyacht, die weit über ihre Länge von 26 Fuß 5 Zoll hinausragt. Thomas' Knickspant-Rumpf brachte echte Vorteile bei Stabilität, Seeverhalten und Volumen, und das leicht zu bedienende Rigg eignet sich hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew. Versionen mit Zwillingskiel sind absolut hochseetauglich. Der größte Nachteil ist die mäßige Ergonomie der Außenborderschächte im Vergleich zum Innenborder.
Vorteile
- Knickspant-Rumpf erhöht die Formstabilität und reduziert das Rollen vor dem Wind
- Großer Winkel der Verschwindestabilität für diese Größe
- Geräumiges, halboffenes Layout mit Eignerkabine achtern
- Selbstwendefock und einleineriges Reffen erleichtern die Handhabung
Nachteile
- Die Außenborder-Konfiguration im Wellenlager ist weniger ergonomisch als ein Innenborder
- Bescheidenerer 9-PS-Originaldiesel bei vielen Exemplaren








