Thom Cat 19 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Menger·1990·Menger Boatworks /Thompson Boatworks
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · schwert
Rigg
Catrigg
LOA
19' · 5.79 m
Verdr.
2.900 lbs · 1.315 kg
Erstes Baujahr
1990

Die Thom Cat 19 stellt einen bewussten Versuch dar, die DNA des klassischen amerikanischen Catboots zu bewahren und gleichzeitig die pflegeleichten Vorteile einer modernen GFKKonstruktion zu nutzen. Entworfen von dem VaterSohnTeam Bill und Andrew Menger, ging das Boot erstmals 1990 unter dem Namen Menger Cat 19 in Serie. Nach der Schließung von Menger Boatworks im Jahr 2004 wurden die originalen GFKFormen von Thompson Boatworks erworben, wo Werftleiter Jerry Thompson den Entwurf als Thom Cat 19 wiederbelebte. Das in West Sayville auf Long Island gebaute Boot ist strukturell identisch mit seinem Vorgänger und präsentiert sich als robust gebaute, äußerst stabile PocketCruiserYacht, die in Bezug auf Innenraumvolumen, Tragfähigkeit und seetüchtiges Verhalten weit über ihre physische Länge hinausragt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
19 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
18,42 ft
Breite
8 ft
Tiefgang
4,5 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
33,5 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Schwert
Ruder
1× —
Ballast
600 lbs (Blei)
Verdrängung
2.900 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Catrigg
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
270 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
21,24
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
20,69
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
207,15
Komfort-Ratio
15,1
Kenterungsverhältnis
2,24
Rumpfgeschwindigkeit
5,75 kn

Designkonzept & Zielsetzung

Die Thom Cat 19 wurde konzipiert, um die besonderen Anforderungen von Fahrtenseglern in Flachwasserrevieren, Daysailern und Einhand-Gunkholern zu erfüllen. Historisch gesehen entwickelten sich Catboote als Arbeitsboote in den flachen Gewässern des amerikanischen Nordostens. Sie erforderten eine stabile Plattform, die ein einzelner Fischer auch unter schwierigen Bedingungen bedienen konnte. Die Thom Cat 19 bleibt diesem Erbe vollkommen treu. Sie wurde speziell für das Navigieren in flachen Gewässern – wie der Great South Bay auf Long Island oder den Untiefen von Cape Cod – entwickelt, bietet aber gleichzeitig die strukturelle Festigkeit und die hohe Verdrängung, die für autarke Küstentörns erforderlich sind. (2)

Im Vergleich zu zeitgenössischen Konkurrenzbooten ihrer Ära, wie der Marshall Sanderling 18, der Arey’s Pond Lynx 16.6 oder der Com-Pac Sun Cat, zeichnet sich die Thom Cat 19 durch ihr enormes Volumen und ihre Raumaufteilung unter Deck aus. Um dies zu erreichen, maximierten die Konstrukteure die Breite des Bootes auf stattliche acht Fuß (2,44 m). Dadurch entspricht das Boot in Bezug auf Gesamtverdrängung und Innenraumfläche eher einer standardmäßigen 22- oder 24-Fuß-Slup. (1, 2)

Der Charakter unter Deck spiegelt eine traditionelle, maritime Ästhetik wider. Trotz der bescheidenen Länge des Bootes bietet die Kabine eine sitzende Stehhöhe, die auch großen Seglern bequem Platz bietet, sowie Kojen, die in der Standardkonfiguration bis zu zehn Fuß (3,05 m) lang sind. Die Bauqualität ist hervorragend: Rumpf und Deck bestehen aus fünf Lagen handaufgelegtem Glasfasermaterial und Rovinggewebe. Ergänzt wird dies durch massive Teakholz-Details, darunter Scheuerleisten, Handläufe, Kajütaufbaulisten und Süllrandkappen aus massivem Teak. Durchgängig werden Bronze-Beschläge verwendet – von den festen Bullaugen bis hin zu den robusten Klampen und Ruderbeschlägen –, was das Boot von einem einfachen Nutzfahrzeug zu einer edel ausgestatteten Fahrtenyacht erhebt. (1)

Varianten & Konfigurationen

Während ihrer gesamten Produktionsgeschichte unter den Namen Menger und Thompson hat der 19-Fuß-Rumpf seinen hochgradig ausgereiften Linienriss beibehalten, doch Käufer konnten aus verschiedenen Antriebs- und Innenraumoptionen wählen. Der wesentliche strukturelle Unterschied liegt in der Motorkonfiguration. Das Boot wurde als reines Außenborder-Modell angeboten, ausgestattet mit einer speziellen Außenborder-Halterung oder einem zentralen Außenborderschacht am achteren Ende der Plicht. Für diejenigen, die echte Unabhängigkeit auf Törns suchten, bot die Werft eine optionale Einbaudiesel-Variante an. Diese Installation nutzte typischerweise einen einkreisgekühlten Einzylinder-Yanmar 1GM10 Dieselmotor mit 9 PS, der kompakt unter dem Cockpitboden Platz findet und einen zweiflügeligen Festpropeller antreibt. (1, 2, 3)

Der Tiefgang wird über ein schwenkbares, massives GFK-Schwert geregelt, das in einem zentralen Schwertkasten untergebracht ist. Bei vollständig eingeholtem Schwert hat das Boot einen Tiefgang von nur 1 Fuß 10 Inches (ca. 0,56 m). Dadurch kann es in extrem flaches Wasser gleiten, praktisch direkt am Strand ankern und problemlos auf einen maßgeschneiderten Trailer verladen werden. Bei vollständig abgesenktem Schwert erhöht sich der Tiefgang auf 4 Fuß 6 Inches (ca. 1,37 m), was den nötigen lateralen Widerstand liefert, um effektiv nach Luv aufzukreuzen. (1, 2)

Die Aufteilung unter Deck variiert zudem je nach gewählter Toilettenlösung. Das Standard-Fahrtenpaket umfasst eine verschiebbare Pantry mit einem Frischwasser-Spülbecken und Platz für einen Herd. Während die Standardkojen außergewöhnlich lang sind, verkürzt der Einbau einer festen Bordtoilette mit Fäkalientank im vorderen Backbordbereich der Kabine die Backbordkoje zwangsläufig auf standardmäßige sechs Fuß (1,83 m). (1)

Segelleistung & Seeverhalten

An der Ruderpinne verhält sich die Thom Cat 19 genau so, wie man es von einem klassischen Catboot erwartet: Sie nutzt ihre schwere Verdrängung von 2.900 Pfund (ca. 1.315 kg) und ihre große Breite, um ein stabiles, sicheres Fahrgefühl zu vermitteln. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 207,15 ist dies kein nervöser, leichter Daysailer; das Boot liegt satt im Wasser und nimmt seinen Schwung gut mit durch die Welle. Die Komfort-Ratio des Bootes von 15,1 ist für ein 19-Fuß-Boot bemerkenswert hoch, liegt weit über der typischer, leichtgewichtiger Trailerkreuzer und sorgt für eine angenehme, seetüchtige Bewegung, die Ermüdungserscheinungen der Crew minimiert.

Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 21,24 deutet auf ein sehr leistungsstarkes Rigg hin. Mit rund 270 Quadratfuß (ca. 25 m²) Segelfläche im gewaltigen Gaffelgroßsegel ist die Thom Cat 19 ein hervorragender Leichtwindläufer. Sie gleitet mühelos bei schwachen Brisen dahin, bei denen moderne Slups mit hoher Streckung bereits komplett verhungern würden. Aufgrund ihrer immensen Anfangsstabilität trägt das Boot viel Segel und bleibt auch bei mäßigem Wind aufrecht. (2)

Diese Kombination aus Rumpfform und Rigg erfordert jedoch eine spezielle Segeltechnik. Aufgrund des riesigen Großsegels mit tiefer Profilsehne und des fehlenden Vorsegels zur Balance des Segeldruckpunkts entwickelt das Boot bei auffrischendem Wind spürbare Luvgierigkeit. Die Thom Cat 19 zeigt ihrem Skipper genau, wann es Zeit zum Reffen ist. Wird die Pinne schwer oder droht die Fußreling einzutauchen, ist das Einbinden eines Reffs im Großsegel die sofortige Lösung. Anstatt das Boot zu bremsen, verringert frühes Reffen den Ruderwiderstand des großen, am Spiegel aufgehängten Scheunentor-Ruders, balanciert die Pinne aus und hält oder verbessert sogar die Bootsgeschwindigkeit. Auf raumen Kursen und vor dem Wind ist das Boot ein Genuss und läuft mit minimalem Steueraufwand sehr kursstabil. Die Leistung am Wind ist für ein Catboot mit Schwert zwar respektabel, erreicht aber nicht die engen Wendewinkel einer modernen Flossenkiel-Slup, sodass beim Aufkreuzen taktische Geduld gefragt ist. (2)

Bekannte Schwachstellen & Wartung

Obwohl die Thom Cat 19 extrem robust gebaut ist, erfordern der Zahn der Zeit und die mechanische Beanspruchung des traditionellen Riggs regelmäßige Aufmerksamkeit in einigen Bereichen. Das Schwert und der dazugehörige Hebelmechanismus sind die wichtigsten Inspektionspunkte. Das schwere GFK-Schwert wird über ein Drahtseil oder ein Tauwerk angehoben, das zu einer Winsch in der Plicht führt. Nach jahrelangem Einsatz im Salzwasser neigt dieses Schwertfall zum Aufscheuern und muss regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden, um zu verhindern, dass das Schwert unkontrolliert herabfällt. Zudem kann der Schwertbolzen unten im Schwertkasten mit der Zeit verschleißen. Dieser Verschleiß führt zu einem Klopfen oder Poltern, wenn sich das Schwert im Seegang seitlich bewegt, und kann gelegentlich zu leichten Undichtigkeiten führen, wenn die Dichtung um den Bolzen herum nachgibt.

Auch die Ruderanlage ist aufgrund der Größe des unbalancierten Ruders enormen physischen Belastungen ausgesetzt. Segler sollten regelmäßig die Bronze-Ruderbeschläge (Fingerlinge und Ruderhaken) überprüfen, mit denen das Ruder am Spiegel befestigt ist. Wenn die Bohrungen ausschlagen, kann dies zu einer vibrierenden und unruhigen Ruderpinne führen.

Die Deckskonstruktion ist zwar robust, weist jedoch in bestimmten Bereichen einen Balsa- oder Schaumkern auf. Da bei Catboote am Vorstagbeschlag und an den Gaffelklau-Beschlägen erhebliche Riggspannungen auftreten, kann jede Undichtigkeit an diesen Decksduchdringungen dazu führen, dass Feuchtigkeit in den Kern eindringt. Eigner müssen das Kajütdach und das Vordeck auf weiche Stellen untersuchen und alle Decksbeschläge proaktiv neu eindichten, um die strukturelle Integrität zu erhalten. Schließlich müssen bei Modellen, die mit dem optionalen Klappmast (Tabernakel) ausgestattet sind, die Scharnierbeschläge auf Haarrisse oder Metallermüdung überprüft werden, da die Hebelwirkung beim Auf- und Niederlegen des massiven Mastes beträchtlich ist.

Modernisierung & Upgrades

Heutige Eigner einer Thom Cat 19 konzentrieren ihre Refit-Bemühungen häufig darauf, das Handling zu erleichtern und die Bordelektrik sowie die Antriebssysteme zu modernisieren. Eines der beliebtesten und praktischsten Upgrades ist die Optimierung des Gaffelriggs. Der Einbau moderner, reibungsarmer, kugelgelagerter Blöcke (wie z. B. von Harken) für das Klau- und Piekfall verringert den Kraftaufwand beim Setzen des schweren Gaffelbaums erheblich. Die Integration eines modernen Einleinen-Reffsystems und eines gut dimensionierten Lazy-Jack-Systems ermöglicht es dem Rudergänger, das riesige Großsegel schnell und sicher direkt aus der Plicht zu reffen oder zu bergen. (1)

Auf der elektrischen Seite ist der Austausch der werksseitigen Blei-Säure-Batterien gegen eine moderne Lithium-Eisenphosphat-Bank (LiFePO4) ein äußerst effektives Upgrade. Da die Thom Cat 19 empfindlich auf die Längstrimmung reagiert, verbessert der Ersatz schwerer Bleibatterien durch leichte Lithium-Einheiten – und deren Platzierung in einer tiefen, zentralen Position nahe dem Schwertkasten – sowohl die Segeleigenschaften als auch die nutzbare Batteriekapazität für Verbraucher. (1)

Für Modelle mit Außenborder gibt es einen starken Trend hin zu elektrischen Antrieben. Leise, drehmomentstarke Elektro-Außenborder passen perfekt in den zentralen Außenborderschacht in der Plicht und eliminieren Lärm, Vibrationen und die Gefahren der Benzinkanister-Lagerung an Bord. Bei mit Diesel ausgestatteten Modellen gehören die Nachrüstung einer Frischwasser-Spüleinrichtung für den Einkreis-Kühlkreislauf und der Austausch des originalen Auspuffkrümmers am Yanmar 1GM10 zu den Standard-Vorsorgemaßnahmen, um die Langlebigkeit der Maschine zu sichern. (1, 2)

Das Fazit

Die Thom Cat 19 ist eine hochspezialisierte, wunderschön gebaute Pocket-Cruiser-Yacht, die die klassische Ästhetik des Cape-Cod-Catboots erfolgreich in ein langlebiges, benutzerfreundliches GFK-Paket überträgt. Sie ist ideal für Segler, die Stabilität, die Vielseitigkeit eines geringen Tiefgangs und klassische Linien einer hohen Regattageschwindigkeit vorziehen. Obwohl sie aktives Reffen erfordert, um ihre Luvgierigkeit zu bändigen, machen ihr enormes Innenraumvolumen und das leicht zu bedienende Klappmast-Rigg sie zu einer der fähigsten und charmantesten 19-Fuß-Fahrtenyachten, die je gebaut wurden. (2)

Vorteile:

  • Immense Anfangsstabilität und ein angenehmes, seetüchtiges Verhalten im Seegang.
  • Außergewöhnliches Innenraumvolumen und sehr lange Kojen für ein 19-Fuß-Boot.
  • Extrem geringer Tiefgang bei aufgeholtem Schwert, perfekt zum Trockenfallen und Gunkholen.
  • Klappmast-Konstruktion (Tabernakel) ermöglicht schnelles, müheloses Riggen im Einhandbetrieb und einfaches Trailern.
  • Hervorragende Leichtwindeigenschaften unter einem kraftvollen Gaffelrigg.
  • Hochwertige Bauausführung mit schwerem Handauflege-GFK sowie erstklassigen Bronze- und Teakholz-Details. (1)

Nachteile:

  • Neigt bei auffrischendem Wind zu starker Luvgierigkeit, wenn das Großsegel nicht frühzeitig gerefft wird.
  • Mäßige Wendewinkel am Wind im Vergleich zu modernen Slups mit Flossenkiel.
  • Hohe physische Belastungen auf Ruder und Steueranlage erfordern regelmäßige Wartung und Inspektion.
  • Der große Großbaum und das schwere Gaffelrigg erfordern bei Halsen vorsichtiges Handling, um Schäden am Rigg zu vermeiden.
  • Hoher Anschaffungspreis auf dem Gebrauchtbootmarkt aufgrund geringer Stückzahlen und der begehrten Bauqualität.

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