Design und Konstruktion
Sailart entwickelte die 19 in seiner Werft in Erftstadt, wobei die Rümpfe in Polen produziert wurden. Die Werft ist bekannt für hohe Qualitätsstandards und erfolgreiche Detaillösungen. Das Deck und der Rumpf bestehen aus einem Polyester-Sandwich mit einem Divinycell-Schaumkern, und das Hinzufügen einer Innenschale sorgt für ein fertiges Interieur und verhindert Kondenswasser unter Deck. Das Boot ist serienmäßig aufschäumt, um unverzichtbar zu sein – eine beruhigende Basis für ein Boot, das für den Küsten- und Binnengewässer-Einsatz konzipiert ist. Die breite Wasserlinie und das volle Volumen im Bug wurden speziell für Küstengewässer geformt, während die ausgeprägten Knickspante sorgen, dass der Rumpf bei starkem Wind auch mit kleiner Crew schnell ins Gleiten kommt. Der erste Prototyp trug einige zusätzliche Kilogramm Entwicklungsgewicht, aber von den Serienbooten wurde erwartet, dass sie etwa 50 Kilogramm abnehmen würden. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg wird mit der Sailart 20 geteilt und ist mit einer Selbstwendefock ausgestattet, die das Manövrieren im Test deutlich erleichterte. Dies trägt zu dem souveränen Einhandverhalten des Bootes bei Wind bei, selbst unter anspruchsvollen Bedingungen. Die Tester schrieben diese Gelassenheit der Formstabilität, die durch die Breite von 2,50 Metern und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 23 Prozent gegeben ist. Das Rudergefühl ist direkt und das Boot liegt gut auf dem Ruder – es wird als lebendig und niemals nervös beschrieben. Das klappbare Außenborderblatt legt sich einfach flach, wenn das Boot trockenfällt. Bei aufgeholtem Kiel reduziert sich der Tiefgang auf etwa 60 Zentimeter, obwohl der Abstand im Vergleichs-Ausreitversuch den Sailart immer noch knapp an der Küste vorbeizog. Ein optionaler 25 Quadratmeter Gennaker wird an einem festen Bugspriet gefahren, und selbst ohne ihn glitt der Rumpf gut und hielt seine Geschwindigkeit gegen engere Konkurrenten. Bei leichtem Wind unter zehn Knoten näherte sich die Leistung durch die schmalere effektive Wasserlinie der eines vergleichbaren 18-Fuß-Bootes an, und die Positionierung mit Knickspant im Wasser setzt das aufrichtende Moment vollständig frei. (1)
Unterbringung
Unter Deck wirkt die 19 eher wie eine kleine Fahrtenyacht als wie ein verlängerter Jollentyp. In ihrer Testgruppe bot sie den größten Innenraum von allen getesteten Booten. Vier breite Kojen sind aufgeteilt mit einer Vorschiffskoje mit einer Länge von 1,98 Metern und einer Breite, die sich am Fuß auf 44 Zentimeter verjüngt, sowie seitlichen Sofakojen über 2,24 Meter Länge und 0,67 Meter Breite. Ein variables Schranksystem und praktische Stauräume sorgen zusammen mit gemütlicher Beleuchtung und Holzverzierungen für eine echte, seefeste Atmosphäre. Die Plicht bietet guten Sitzkomfort, und bei starkem Wind ist der sicherste Platz entlang des oberen Geländers – dort machen die Gurt‑ statt Draht-Seerelinge, die anfangs etwas locker wirken, das Abwettern von Böen tatsächlich einfacher und komfortabler. (1)
Ausrüstung und Ausstattung
Die Decksbeschläge sind nach hohen Regatta-Standards ausgeführt, und die Beschreibungen der Werft betonen ein klares, zeitgemäßes Design mit cleveren Details, die das Boot von anderen abheben. Das für den Segelstart bereite Paket in der getesteten Version umfasste einen maßgeschneiderten Torqeedo mit Pinnensteuerung und der Batterie im Vorpiek-Backskist, sowie die Elektroverkabelung unter Deck. Der Preis enthielt außerdem einen speziellen Trailer für das normale Zuwasserlassen. Eine CE-Kategorie C beschränkt das Boot auf den Binnensegelsport und geschützte Küstenreviere.
Das Fazit
Die Sailart 19 ist ein seltener Fund: Eine Fahrtenyacht unter sechs Metern Länge, die ihre Crew nicht dazu zwingt, Wohnraum zugunsten von Segelleistung aufzugeben. Ihre Breite, der Ballast und der Knickspant-Rumpf ermöglichen es einer Person, das Boot auch bei Starkwind sicher zu handhaben, während der Innenraum – der wirklich der geräumigste in dieser Klasse – kurze Törns machbar macht. Die Gurt-Aufhängen und die unsinkbare Bauweise zeugen von durchdachtem Detail, und der gemeinsame Kiel sowie das Rigg mit der 20 machen den Unterhalt einfach.
Vorteile
- Sicher, direktes Einhandsegeln bei Wind dank der Breiten- und Ballastverhältnis
- Größter Innenraum und vier breite Kojen in seiner Vergleichsklasse
- Unsinkbare Schaumkern-Konstruktion mit Innenschale zur Reduzierung von Kondenswasser
- Selbstwendefock und klappbares Ruder vereinfachen das Manövrieren mit kleiner Crew
Nachteile
- Der Tiefgang des Hubkiels reichte beim Strandtest immer noch nicht aus
- Die Geschwindigkeit bei Leichtwind liegt hinter zeitgenössischeren Booten zurück, bis der Knick eingreift
- Die CE-Kategorie C beschränkt das Boot auf Binnengewässer und küstennahe Reviere





