Design und Konstruktion
Lee ist der rote Faden in der Geschichte der 490. Er entwarf die Squib – ein ehemaliges olympisches Kielboot, das auch als Hunter 19 verkauft wurde – sowie die Hunter Europa und Hunter 701. Die 490 gehört zu den verschiedenen Hunter-Modellen, die er für die umfirmierte Werft vor Mitte des Jahrzehnts baute. Der Rumpf selbst ist ein GFK-Einrumpfer mit einem Festballast von 300 Pfund und einer Gesamtverdrängung von 1.000 Pfund, bei einer Breite von 6,59 Fuß und einem Hubkiel, der sich von einem maximalen Tiefgang von 3,25 Fuß auf einen minimalen Tiefgang von 1,51 Fuß schwenken lässt. Dieses Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 30 Prozent, gepaart mit einem Kenterungsverhältnis von 2,64, kennzeichnet sie als kleine, relativ gut gewichtete Fahrtenyacht für Tagestouren und nicht als leicht ballastiertes Boot für das Flachwasser. (1)
Rigg und Seeverhalten
Die 490 ist als 7/8-Slup mit 11,8 Quadratfuß Segelfläche getakelt, aufgeteilt auf ein 6,50 Quadratmeter Großsegel und eine 4,65 Quadratmeter Fock. Zeitgenössische Kommentare beschreiben diese Boote als sehr schnelle, leistungsfähige und sichere kleine Fahrtenyachten, die der Konkurrenz meist einen sauberen Krängungswinkel voraussetzen – ein Urteil, das zu Lees Regatta-Herkunft und der geringen Rumpfgeschwindigkeit von 5,01 Knoten bei einer moderaten benetzten Oberfläche passt. Der Hubkiel vergrößert den Tiefgang im Flachwasser auf 1,51 Fuß, während er auf See bei voller Tiefe von 3,25 Fuß stabilisiert – eine Flexibilität, die zu den geschützten Flussmündungen und Gezeitenrevieren passt, in denen ein so leichtes Boot seine Stärken entfaltet. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die 490 ehrlich zu ihrer Größe: Die Kabine bietet Schlafplätze für zwei oder drei Personen bei einer Länge von 4,9 Metern und einer Breite von 2,01 Metern. Es gibt keine Illusionen einer dritten Kabine oder einer hohen Stehhöhe; das Boot ist ein Wochenendboot für ein Paar mit Kind oder eine dritte gelegentliche Crew, und der Schwertkasten des Hubkiels prägt zwangsläufig die Aufteilung des Salons. Was sie an Volumen einbüßt, macht sie durch ihre Trailierbarkeit und die einfache Landung im Flachwasser wieder wett.
Das Fazit
Die Hunter 490 ist eine kleine, gut ballastierte Fahrtenyacht mit Hubkiel und einer regatta-geprägten Abstammung sowie dem Ruf, in der Flotte überraschende Geschwindigkeiten zu erreichen. Sie eignet sich am besten als charakterstarker Fluss- und Küsten-Spazierer und weniger als Miniatur-Fahrtenyacht für Langstrecken auf See. Ihre Seltenheit in absoluten Zahlen erhöht den Reiz für Käufer, die etwas ganz anderes suchen als die allgegenwärtigen späteren Hunter-Modelle.
Vorteile
- Der Hubkiel bietet einen geringen Tiefgang von 1,51 Fuß und gleichzeitig Stabilität durch den 3,25 Fuß tiefen Ballast
- Schnelles, leistungsfähiges Handling, das in damaligen Tests gegen größere Konkurrenzmodelle hervorgehoben wurde
- Entworfen von Oliver Lee, einem bekannten Talent für Regattamodelle und Olympische Klassen (2)
Nachteile
- Nur 4,9 Meter lang mit Kojen für gerade mal zwei oder drei Personen – minimale Bewegungsfreiheit unter Segeln
- Die Produktion soll bei 80 Rümpfen gelegen haben, die tatsächliche Anzahl ist jedoch ungewiss, da nur bis zu 41 Segel registriert wurden






