Designkonzept & Ausrichtung
Das Designkonzept der Gruben 17 konzentriert sich auf absolute passive Sicherheit, einfache Handhabung und ergonomischen Luxus im Rahmen einer offenen Plicht. Konzipiert für bis zu fünf Erwachsene, verfügt das Boot über tiefe, hochwandige Sitzbänke mit integrierten 17 Zentimeter hohen Rückenlehnen, die tief im Boot positioniert sind. Diese tiefe Cockpit-Geometrie vermittelt den Passagieren ein ausgeprägtes Gefühl der Sicherheit und bietet eine hervorragende Stehhöhe unter dem Baum – ein deutlicher Kontrast zu Regattajollen mit bündigem Deck, die ständige sportliche Gewichtsverlagerung erfordern.
Das Deckslayout wird von einem vertieften, 1,80 Meter langen vorderen Sonnendeck dominiert. Unter dieser Liegefläche befindet sich ein riesiger, wasserdichter Bugstauraum, ergänzt durch zusätzliche trockene Backskisten, die unter den seitlichen Sitzbänken integriert sind. Die gesamte Struktur ist als handlaminierter GfK-Polyester-Laminatbau ausgeführt und durch eingebaute Auftriebskammern von Natur aus unsinkbar. Integrierte Merkmale wie ein selbstlenzender Cockpitboden und ein leicht zu bedienendes Layout machen das Boot zu einer idealen Plattform für Einhandsegler, die Anfängerausbildung oder gemütliche Törns auf Küsten- und Binnengewässern.
Varianten & Konfigurationen
Während die Rumpfabmessungen mit einer Länge über alles von 17,55 Fuß und einer großzügigen Breite von 6,63 Fuß konstant geblieben sind, hat das Modell im Laufe seiner Produktionsgeschichte subtile evolutionäre Veränderungen erfahren. Die bedeutendste Änderung erfolgte nach dem Wechsel zu BTM Marine im Jahr 2020, als die Werft das Schwert von Standardstahl auf eine hochstabile, salzwasserbeständige V4A (316 Ti) Edelstahllegierung aufwertete.
Der Segelplan ist als 7/8-Slup-Rigg mit einem 6,80 Meter langen, eloxierten Aluminiummast konzipiert. Um das Boot absolut trailerfreundlich und von einer Person bedienbar zu machen, integrierte Gruben ein cleveres, werkzeugloses Mastlegersystem. Der Tiefgang ist hochgradig variabel: Bei vollständig aufgeholtem, schwerem Schwert zieht das Boot lediglich 8 Zoll (0,21 Meter) Wasser, wodurch es mühelos auf Sandstrände gleiten oder flache Reviere passieren kann. Bei vollständig abgesenktem Schwert erhöht sich der Tiefgang auf 4,33 Fuß (1,32 Meter), was die Leistung am Wind und die Kursstabilität optimiert.
Segelleistung & Handling
Die Gruben 17 widersetzt sich der traditionellen Handling-Dynamik von Jollen, indem sie erheblichen Ballast in ihre Schwertkonstruktion integriert. Ihre Verdrängung von 551 Pfund wird durch ein schweres, 88 Pfund (40–45 kg) schweres Ballast-Steckschwert unterstützt. Während ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 15,97 % für ein Kielboot niedrig ist, ist es für eine offene Jolle außergewöhnlich hoch. Es verleiht dem Boot ein aufrichtendes Moment, das plötzliche Krängung dämpft.
Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) des Bootes von 61,08 ordnet es im makroskopischen Maßstab fest in die Kategorie der extrem leichten Verdränger ein. Dies bedeutet, dass der Rumpf trotz seines eingebauten Ballasts bei leichtem Wind schnell beschleunigt und sehr agil reagiert. Diese lebendige Leistung wird durch ein dynamisches Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 30,49 weiter unterstrichen, was sicherstellt, dass sich das Boot nie träge oder untertakelt anfühlt. An der Pinne fühlt sich die Gruben 17 steif, ausgewogen und berechenbar an. Die breite Rumpfform ist extrem formstabil, und das voluminöse Vorschiff weist Kabbelwasser effektiv ab, sodass die Plicht auch auf sportlichen Am-Wind-Kursen trocken bleibt.
Marktübersicht & Wirtschaftlichkeit
Da die Gruben 17 eine treue, langfristige Eignergemeinschaft aus Fahrtensegler-Familien und Segelvereinen anspricht, sind gebrauchte Exemplare sehr gefragt und verbleiben selten lange auf dem Markt. Das Boot erzielt im Vergleich zu leichteren, weiter verbreiteten Klassenjollen ähnlicher Länge einen deutlichen Aufpreis, was seine Verarbeitungsqualität und die einzigartige Stabilität durch das Ballastschwert widerspiegelt.
Boote, die seit 2020 unter BTM Marine gefertigt wurden, sind aufgrund ihrer modernisierten Rigg-Details und zeitgemäßen Beschlagslayouts besonders wertstabil. Die Wartungskosten sind extrem niedrig, da komplexe Bordsysteme, aufwendiger Kajütausbau oder ein fester Innenborder entfallen. Die einfache Transportierbarkeit hinter einem normalen Familienfahrzeug spart zudem Liegeplatz- und Hafengebühren, was die langfristige Wirtschaftlichkeit sehr attraktiv macht.
Bekannte Probleme & Abhilfe
Die Gruben 17 gilt allgemein als außergewöhnlich robustes und wartungsarmes Boot, aber es gibt spezifische Bereiche, auf die Eigner achten sollten:
- Schwertbrummen: Beim Segeln unter höheren Geschwindigkeiten berichten einige Eigner von einer spürbaren Vibration oder einem Brummen, das aus dem Schwertkasten kommt. Dies wird in der Regel durch geringe Fertigungstoleranzen im Schwertschlitz oder durch das Profil des Schwertblatts selbst verursacht. Ein Anschrägen oder Glätten der Achterkante des Edelstahl-Steckschwerts kann diese Verwirbelungen beseitigen.
- Komplexität der Riggspannung: Bei Modellen aus der mittleren Produktionsphase (insbesondere Ende der 2000er Jahre) haben Eigner von Schwierigkeiten berichtet, bei der Abstimmung von Ober- und Unterwanten eine perfekte Mastgerade zu erzielen. Da kein Achterstag vorhanden ist, verlässt sich das fraktionierte Rigg vollständig auf die Geometrie der Wanten. Um ein gerades Mastprofil zu erreichen, müssen die Oberwanten sorgfältig handfest gespannt werden, bevor die Unterwanten schrittweise stabilisiert werden.
- Gelcoat-Haarrisse am Spiegel: Da das Boot häufig mit Hilfsmotoren ausgestattet wird, können bei Modellen, die mit schweren, drehmomentstarken Außenbordern betrieben oder mit am Spiegel montiertem Motor getrailert werden, feine kosmetische Spannungsrisse im Gelcoat rund um die Motorhalterung entstehen. Die Verwendung einer Transom-Schutzplatte und die Beschränkung der Motorleistung auf den empfohlenen Bereich von 2 bis 4 PS beugen dieser Materialermüdung vor.
Modernisierung & Upgrades
Moderne Refit-Trends bei der Gruben 17 konzentrieren sich stark auf den Übergang zu leisen, sauberen Antrieben. Die schwenkbare Motorhalterung des Bootes eignet sich perfekt für moderne, leichte Elektro-Außenborder (wie die Modelle Torqeedo Travel oder ePropulsion Spirit 1.0). Die Installation eines speziellen Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4) im Bugstauraum unterstützt diese 1-kW- bis 3-kW-Elektroantriebe optimal und bietet eine leise, zuverlässige Reserve beim Anlegen oder beim Befahren ruhiger Binnenseen.
Zudem rüsten Eigner, die häufig einhand oder mit kleiner Crew segeln, die Fock oft mit einer Endlos-Rollfockanlage nach, um das Handling der Vorsegel mit kleiner Crew zu vereinfachen. Der Austausch der traditionellen Tauwerk-Fallen gegen reckarme Dyneema-Leinen verbessert die Riggstabilität weiter und sorgt dafür, dass die Mastkonfiguration steif bleibt, ohne dass ständige Anpassungen im Hafen erforderlich sind.
Das Fazit
Die Gruben 17 ist eine sorgfältig konstruierte, extrem solide gebaute Familien-Fahrtenjolle, die die Lücke zwischen einer sportlichen Jolle und einem schweren, stabilen Kielboot schließt. Sie ist das ideale Boot für Segler, die Sicherheit, viel Platz in der Plicht und einfache Trailerbarkeit über aggressive Regatta-Leistung stellen.
Vorteile
- Außergewöhnliche Stabilität für eine offene Jolle, resultierend aus der großen Breite und dem Ballastschwert.
- Großzügige und sichere Plicht mit hohen, komfortablen Süllrändern, die Passagiere und Kinder effektiv schützen.
- Müheloses, werkzeugloses Mastlegersystem, das schnelles Aufriggen im Einhandbetrieb ermöglicht.
- Robuste GfK-Konstruktion mit hervorragender struktureller Langlebigkeit und hochbelastbaren V4A-Edelstahlkomponenten bei neueren Modellen.
- Große, wasserdichte Stauräume unter dem vertieften vorderen Sonnendeck.
Nachteile
- Spürbar schwerer als Standard-17-Fuß-Regattajollen, was beim Slippen über weichen Sand erhöhten Kraftaufwand erfordert.
- Die Riggkonfiguration erfordert mangels Achterstag ein sorgfältiges Trimmen der Wanten, um eine ideale Mastgerade zu erreichen.
- Bei höheren Geschwindigkeiten kann ein Brummen oder Vibrieren aus dem Schwertkasten auftreten, wenn das Profil des Schwertblatts nicht perfekt strömungsgünstig geschliffen ist.






