Design und Konstruktion
Die gemeinsame Arbeit von Hollman und Eickholt brachte einen Einrumpfer mit Flossenkiel und Skeg-aufgehängtem Ruder hervor. Der Rumpf besteht aus einem GFK-Sandwichkern mit Viny-Schaum statt massivem Glasfaser. Längsverstärkungen und Querwrangen verstärken die Außenhaut, während die Schotten strukturell mit dem Rumpf laminiert sind. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist eine nach innen gebogene Flanschverbindung, die durchgebolzt, mit Dichtmasse gefüllt, mit GFK beschichtet und mit einer Teak-Gürtelluke versehen ist. Mit einer Verdrängung von 35.175 Pfund und 14.350 Pfund Bleiballast weist das Boot ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 40,8 Prozent und eine Komfort-Ratio nahe 35,5 auf – Werte, die es fest in die Kategorie der ernsthaften Hochsee-Fahrtenyachten und nicht in die der leichten Wochenendboote einordnen. (1)
Rigg und Handhabung
Die FD-12 ist mit einem Masttopp-Cutter-Rigg ausgestattet, bei dem der auf dem Kiel stehende Mast von Doppel-Salingen und einer Edelstahl-Drahttakelung getragen wird. Die Segelfläche beträgt etwa 1.200 Quadratfuß, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von rund 15,9 führt – genug, um das Boot unterwegs zu halten, ohne dass eine große Crew erforderlich ist. Vor dem Wind kann ein Spinnaker oder eine asymmetrische Gennaker-Segel gesetzt werden. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 212 und ein Kenterungsverhältnis nahe 1,7 zeugen von einem Boot, das für Blauwassersegel gebaut wurde. In einem Artikel im Practical Sailor im Juni 2000 bezeichnete die Zeitschrift das Boot trotz seines unattraktiven Hecks als beeindruckende Leistung und bewertete die FD-12 als ernsthafte Weltkreuzer-Yacht mit einem maßgeschneiderten Innenraum. (1)
Unterbringung
Keine zwei Innenräume der FD-12 sind gleich, da jeder nach den Wünschen und Bedürfnissen des Eigners maßgeschneidert wurde. Der allgemeine Aufbau umfasst jedoch drei Kabinen mit einem Innenausbau aus Teakholz. Eine Eignerkabine im Vorschiff ist mit einer eigenen Nasszelle mit Dusche verbunden, während der Hauptsalon eine U-förmige Sitzecke und einen gegenüberliegenden Salonsofa beherbergt. Achtern teilen sich zwei Einzelkojen eine weitere Nasszelle mit Dusche. Die Pantry befindet sich an Backbord des Niedergangs und die Navigationsecke an Steuerbord – eine praktische Trennung von nassen und trockenen Arbeitsbereichen, die sich für längere Törns eignet.
Bekannte Schwachstellen
Einige Eigner berichten von Undichtigkeiten an Decksbeschlägen oder Fenstern, und Korrosion an den Edelstahlteilen ist ein weiterer häufiger Kritikpunkt. Dieselben Eigner bemängeln zudem die Schwierigkeiten beim Finden von Ersatzteilen oder Service für ein so seltenes Boot – eine Folge der winzigen Produktionsserie von nur 23 Rümpfen.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft eines dieser Kutter bedeutet die Übernahme eines maßgeschneiderten Bootes mit einem ebenso individuellen Wartungsproblem: Die geringe Stückzahl führt zu einem sehr begrenzten Zubehörspektrum für den Markt. Das Teak-Kübelkorb und der Teak-Innenausbau, der Sandwich-Rumpf und das Glattdeck belohnen eine sorgfältige Pflege, und die maßgeschneiderten Layouts bedeuten, dass bei jedem Gutachten das spezifische Boot und nicht ein Klassenschnitt maßgeblich sind.
Das Fazit
Die Flying Dutchman 12 ist eine seltene, durchdacht konstruierte Blauwasser-Ketsch, die aus einer Partnerschaft zwischen Konstrukteur und Werft mit einem klaren Fahrtenkonzept hervorgegangen ist. Ihr Sandwich-Rumpf, der maßgeschneiderte Teak-Innenausbau und ihre ausgewogenen Leistungsdaten zeichnen sie als ernsthafte Fahrtenyacht aus. Die kleine Flotte sowie von Eignern gemeldete Lecks, Korrosion und Teileknappheit sind jedoch reale Aspekte beim Kauf.
Vorteile
- Kooperatives Hollman-Eickholt-Design mit bewährtem Offshore-Konzept
- Sandwich-Rumpf mit verstärkter Bauweise, sicheren Schottenverbindungen und geflanschtem Decksaufbau
- Maßgeschneiderter Teak-Innenraum mit drei Kabinen, ideal für das Leben auf Langstrecke
- Gute Werte für Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis und Kenterungsverhältnis
Nachteile
- Nur 23 gebaut, was Ersatzteile und Wartung erschwert
- Berichte von Eignern über Lecks im Decksdurchlauf und an den Fenstern
- Berichtete Korrosion an Edelstahlkomponenten
