Konstruktion und Bauweise
Gade Marine baute die Atlantic 23 als massiven GFK-Rumpf mit Schwenkkiel, was einen minimalen Tiefgang von 0,35 Metern und einen maximalen Tiefgang vor Anker von 1,6 Metern ergibt. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 30 Prozent und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 141,37 ordnen sie fest im Bereich der leicht verdrängenden, trailerbaren Boote ein, während das Kenterungsverhältnis von 2,52 und die Komfort-Ratio von 10,14 ein Boot beschreiben, das eher für Tagestouren auf geschützten Gewässern als für Offshore-Passagen ausgelegt ist. Ihre Rumpfgeschwindigkeit von 5,86 Knoten und ihr Verdrängungs-Wasserlinien-Verhältnis (D/L) von 559,60 Pfund pro Zoll spiegeln den bescheidenen Auftrieb und die Wasserlinie eines 23-Fuß-Bootes wider, das kaum mehr leisten soll als zu gleiten. (1)
Rigg und Segelplan
Das standardmäßige Masttoppslup-Rigg trägt 185 Quadratfuß Segelfläche – ein 9,2 m² Großsegel mit 8,8 Meter Durchfahrtshöhe, eine 8,0 m² Fock und eine 18,0 m² Genua, plus ein 40 m² Spinnaker für raume Kurse vor dem Wind. Eine Alternative mit 7/8-Rigg wurde mit einem größeren 10,8 m² Großsegel und einer kleineren 14,5 m² Genua angeboten, wobei die Leistung des Vorsegels zugunsten der Leistung im Großsegel geopfert wurde. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 17,52 und ein S# von 3,58 kennzeichnen sie als leichte Leichtwind-Yacht ihrer Größe und nicht als schweres Boot für Schwerwetter. (1)
Unterbringung und vorgesehene Nutzung
Die verfügbaren Materialangaben nennen keine Details zur Innenraumaufteilung, der Anzahl der Kojen oder den Tankkapazitäten für die Atlantic 23. Was die Zahlen jedoch bestätigen, ist eine Breite von 2,5 Metern bei einem Rumpf von 7,1 Metern – breit genug für eine kleine Kajüte oder ein offenes Dayboat-Layout, doch die Quellen schweigen über die Art der Innenausbau-Verarbeitung. Mit 70 Einheiten, die in einem einzigen Jahr gebaut wurden, liest sich das Boot als konzentriertes Einzelstück.
Bekannte Schwachstellen
Die Schwenkkiel-Konstruktion selbst ist die einzige Eigenschaft, die den Eigner von Design her zur Wachsamkeit aufruft, da die Bolzen und Dichtungen solcher Kiele konventionell zu Verschleiß neigen – aber die Quellen nennen keine spezifischen Defekte bei diesem Modell.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft einer Atlantic 23 aus dem Jahr 1976 bedeutet, mit einem 50 Jahre alten Rumpf aus massivem GFK und einem Schwenkkiel zu leben, dessen Bolzen und Hebevorrichtung inzwischen jahrzehntelang im Einsatz sind. Die Option des 7/8-Riggs erschwert zudem die Identifizierung eines Gebrauchtbootes, da zwei verschiedene Segelpläne angeboten wurden und ein Käufer prüfen muss, welches Rigg ein bestimmter Rumpf trägt.
Das Fazit
Die Atlantic 23 ist eine merkwürdige Fußnote in der Geschichte des kleinen Bootsbauens: eine breite, leichte deutsche Schwenkkielslup, von der nur 70 Exemplare in einem einzigen Jahr gebaut wurden. Sie bietet ein klares Segel-Layout und einen geringen Tiefgang für den Trailer, doch aufgrund ihrer Seltenheit und des unvollständig dokumentierten Innenraums eignet sie sich eher für Liebhaber, die Seltenheit über eine breite Ersatzteil- und Wartungsinfrastruktur stellen.
Vorteile
- Der Schwenkkiel lässt sich auf 0,35 m absenken für flache Gewässer und den Trailertransport
- Zwei Rigg-Optionen (Masttopp oder 7/8-Slup) passen die Leistung an den Geschmack des Eigners an
- Geringe Verdrängung von 1.000 kg mit 30 % Ballast für ein steifes Gefühl einer kleinen Daysailer-Yacht
Nachteile
- Nur 70 Einheiten gebaut im Jahr 1976 – minimale Klassenhilfe oder Ersatzteile
- Ungedokumentierter Innenraum, Tankkapazitäten und Kojenlayout
- Der massive GFK-Schwenkkiel erfordert im Alter eine genaue Überprüfung von Bolzen und Dichtungen








