Mercury 18 Kaufberatung
Die Mercury 18 dient seit 1939 als Einheitsklasse-Kielboot mit mehr als 1.000 gebauten Rümpfen aus den Epochen von Holz und GFK. Für Käufer auf dem Gebrauchtbootmarkt bietet die Klasse eine strenge Regatta-Pedigree – kein Spinnaker, enge Segellimits – und ein Boot, das für zwei Crewmitglieder als Daysailer und für Tagestörns konzipiert ist. Da die Klasse zunächst von Nunes Brothers in Sperrholz und ab 1952 von W.D. Schock Corp. in GFK gebaut wurde, teilt sich die Gebrauchtflotte in Holz- und Kompositbauweise, wobei jede Bauweise ihre eigenen Schwerpunkte bei der Besichtigung erfordert.
Was zu inspizieren ist
Die wichtigste Inspektionsaufgabe bei jeder Mercury 18 hängt mit ihrer Materialhistorie zusammen. Frühe Rümpfe aus Holz und Sperrholzkombinationen müssen sorgfältig auf Holzfäule oder Delamination entlang der Lenzspanten und des Spiegels untersucht werden. Jedes Deck aus GFK-Holz-Komposit sollte abgeklopft werden, um weiche Stellen aufzuspüren, die auf Feuchtigkeit im Sperrholzkern hinweisen könnten. Der Bleikiel, der bis zu 635 Pfund wiegt, muss dort, wo er mit dem Rumpf verbunden ist, auf Risse im Dichtungsmaterial untersucht werden, da eine lose Verbindung hier ein strukturelles Risiko darstellt. Masten und Segel, die entweder aus Aluminium oder Holz angeboten werden, sollten auf Geradlinigkeit geprüft werden; bei der Holzausführung ist zudem ein intakter Lack und das Fehlen von Haarrissen zu überprüfen. Der strenge Einheitsklassenstatus bedeutet, dass ein inseriertes Boot mit einer nicht-klassengerechten Segelfläche außerhalb der Klassenregeln modifiziert wurde, was einen genauen Blick auf das Rigg und den Segelsatz rechtfertigt.
Fazit für Käufer
- Klären Sie vor der Kalkulation von Reparaturen, ob Rumpf und Deck aus Holz oder GFK-Komposit bestehen.
- Klopfen Sie das Deck auf weiche Stellen im Sperrholzkern ab.
- Überprüfen Sie die Kiel-Rumpf-Verbindung auf Risse im Dichtungsmaterial.
- Inspektionieren Sie hölzerne Sparglieder auf Fäulnis; prüfen Sie, ob Aluminiumsparglieder gerade sind.
- Passen Sie Segel und Rigg an die Einschreiber-Regeln der Klassenklasse an.
Eine gebrauchte Mercury 18, die in Westküsten-Flotten gesegelt und dort noch aktiv ist, hilft dem Käufer, klassengerechte Ersatzteile und kompetente Gutachter zu finden. Bei der Besichtigung eines bestimmten Rumpfes sollte zunächst das Baujahr überprüft werden: Ein Holzboot von Nunes Brothers erfordert regelmäßige Pflege des Holzes, während ein späterer GFK-Rumpf von Schock den Fokus des Gutachtens auf Feuchtigkeit im Deckskern lenkt. Die strengen Einheitsklassen-Regeln belohnen Können statt Ausrüstung, weshalb ein sauberes Boot nach Klassenvorschrift einem modifizierten Boot ungeachtet des Verkaufspreises vorzuziehen ist. (1)