Design und Konstruktion
Was die Rebel historisch auszeichnet, ist ihre Materialgeschichte. Das Modell war das erste Serien-GFK-Boot, das überwiegend aus massivem Glasfaserlaminat mit einigen Bereichen aus Balsa- oder Schaumkern gebaut wurde. Es besitzt einen vertikalen Vorsteven, einen vertikalen Spiegel und einen festen Anker auf dem vorderen Deck. Der Rumpf trägt unter den Sitzen und im Bug Schaumstoff als Auftriebsmittel. Die Klassenpläne zeigen das Design mit einem Deckssprung, der selbst auf den Werftzeichnungen fehlt – eine kleine Konstruktionsbesonderheit bei ansonsten einfacher Bauweise des Verbundwerkstoffrumpfs. Ein aufholbares Stahl-Schwert und ein klappbares, am Spiegel aufgehängtes Ruder an einer Pinne hielten das Unterwasserschiff einfach und strandtauglich. (2)
Rigg und Handhabung
Das fraktionierte Slup-Rigg der Rebel trägt einen drehbaren, eloxierten Aluminiummast mit Diamantstagen, 1x9 Edelstahlwanten und Vorstag sowie einen Segelplan von 15,5 m², aufgeteilt auf ein Großsegel von 11,3 m² und eine Fock von 4,3 m². Zu den Werftoptionen gehörten unter anderem eine Mastrotationsschiene, Baumniederholer, Cunningham, Lümmelstock und verstellbare Genuaschienen – Ausrüstung, die einer Regattacrew das präzise Trimmen des Twist und der Halsaussparung ermöglicht. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von fast 34 und einem Kenterungsverhältnis von etwa 3,0 ist das Boot für seine Größe lebendig, aber nicht kipplig. Ein Bericht des Redaktionsteams von Sailing Magazine aus dem Jahr 2008 bezeichnete sie als robusten, aber wendigen kleinen klassischen Anker. Sie wird normalerweise mit mindestens zwei Seglern gesegelt und hat einen Portsmouth Yardstick-Handicap von 97,2. (2)
Unterbringung
Dies ist in erster Linie ein Daysailer und kein Fahrtenboot, dennoch ist die Plicht absolut gesellig. Die geräumige Plicht bietet laut einer Quelle Platz für sechs Personen, während die längsseitigen Sitzbänke insgesamt acht Personen aufnehmen können. Damit ist der Rebel ebenso eine gute Plattform für Picknicks und das Segeln mit Kindern als auch für Regatten. Es gibt keine Kabine, keine Kojenanzahl und kaum Tankkapazitäten – der Entwurf tauscht geschlossenen Innenraum gegen offene, begehbare Sitzplätze und einen schwimmfähigen Rumpf ein, der eine Kenterung problemlos abfedert.
Bekannte Schwachstellen
Die Rebel 16 ist bei älteren Exemplaren nicht frei von Schwachstellen. Es gab Berichte über Probleme mit dem Schaumstoffauftrieb an älteren Booten, der vollgesogen wurde, obwohl dies bei Booten aus den 1970er Jahren und später seltener geworden ist. Ein Käufer oder Eigner eines Rumpfes vor 1970 sollte aufgesaugten Sitz- oder Bugschwamm als reale Möglichkeit betrachten und die Entfernung oder Ersetzung planen, anstatt davon auszugehen, dass der Werft-Auftrieb dauerhaft erhalten bleibt. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Produktion wechselte nach dem Konkurs von Ray Greene & Co im Jahr 1975 zu verschiedenen Werften: Die Melling Tool Company, Rebel Industries und Spindrift One Designs setzten die Bootsbauung in den 1970er und frühen 1980er Jahren fort, bevor Nickels Boat Works aus Fenton, Michigan, das Boot ab 1988 mit der Mark V übernahm. Ein Edelstahl-Schwert ist heute Standard und ersetzt die frühere Stahlplatte. Die Variante Rebel II wurde mit schmaleren Seitendecks und einer breiteren Plicht eingeführt. Die Klasseninfrastruktur ist stark – eine feste Vereinigung bestand bereits 1952, es gab 138 aktive Mitglieder bis 1963 und seit 1951 jährliche nationale Regatten –, sodass gebrauchte Teile, Segel und Gemeinschaft leicht zu finden sind.
Das Fazit
Die Rebel 16 ist eine grundlegende amerikanische Einheitsklasse, deren Status als GFK-Pionierin durch eine nach wie vor konkurrenzfähige Regatta-Historie untermauert wird: Boote im Alter von 25 Jahren und älter führen immer noch die Leaderboards bei Regatten an. Sie ist einfach, auftriebsstark und gesellig, mit einem Rigg, das Feintuning belohnt, und einer Klasse, die die meisten ihrer Mitbewerber aus der Mitte des letzten Jahrhunderts überlebt hat. Die Schwachstelle der frühen Rümpfe mit Schaumstoffauftrieb ist das einzige Detail im Bootsbesitz, dem man Respekt zollen sollte. (1)
Vorteile
- Erste Serien-GFK-Einheitsklasse; über 4.000 gebaut mit kontinuierlicher Klassenhilfe
- Große Breite und Sitzplätze über die gesamte Länge für sechs bis acht Personen; stabiler, trockenfallender Schwert-Rumpf
- Sehr konkurrenzfähig über Generationen hinweg; ältere Boote gewinnen nach wie vor Regatten
Nachteile
- Das Schaumstoffauftriebsmittel kann bei Rümpfen vor den 1970er Jahren Wasser aufnehmen
- Keine Kabine oder geschlossene Unterkunft; rein als Daysailer konzipiert
- Mehrere Werftwechsel erschweren die Überprüfung der Modellpflege von Jahr zu Jahr








