Jouet 550 Kaufberatung
Die Jouet 550 auf dem Gebrauchtbootmarkt ist eine 18-Fuß-Mikro-Klasse-Pocket-Cruiser, die von 1979 bis 1984 gebaut wurde und unter der Leitung von Jean Berret für Yachting France entstand. Sie ist ein trailerbarer Weekender mit geringem Tiefgang, dessen Eigenheiten beim Besichtigen wichtiger sind als das optische Erscheinungsbild. Da keine regionalen Verkaufszahlen vorliegen, sollten Käufer jedes Boot nach seinem eigenen Zustand und seiner Historie beurteilen und nicht nach einer vermeintlichen Verfügbarkeit suchen.
Layouts auf dem Gebrauchtmarkt
Die Standardversion der 550 bietet Kojen, die je nach Quelle als vier – zwei Einzelkojen auf den Salonbänken und eine Doppelkoje im Vorschiff – oder zwei bezeichnet werden, wobei die Stehhöhe mit knapp 1,20 m sehr gering ist. Die Werft baut sie ohne Backskisten, ohne Ankerkasten und ohne externe Safes aus, sodass die Stauraummöglichkeiten ab Werk fast inexistent sind. Einige Boote wurden später mit einer Pantry und einer Kartentisch-Erweiterung ausgestattet. Diese Upgrades sind erwähnenswert, da sie auf Eigner hindeuten, die in die Wohnlichkeit statt in einen reinen Rumpf investiert haben.
Ausrüstung und häufige Upgrades
Angesichts der spartanischen Originalausstattung konzentrieren sich die sinnvollen Upgrades auf Stabilität und Leistung. Eine tief im Bilgenbereich platzierte Batterie ist wünschenswert, um das Boot stabil zu halten, und für das Ankern sind zwei 25 kg schwere Anker erforderlich, die jeweils seitlich des Schwertkastens positioniert werden – ein Käufer sollte prüfen, ob diese vorhanden sind, oder entsprechend planen. Der Kiel wird von innen über eine Trailerwinde angehoben, sodass eine funktionierende Winde und der Schwertkasten für das Trailern unerlässlich sind. Darüber hinaus existierte die „S“-Version mit einem 80 cm höheren Mast nur bei zwei Rümpfen und ist eher eine Seltenheit als ein häufiger Fund.
Was zu inspizieren ist
Der Kiel kann das Schwertkasten-Wellenprofil stark beschädigen, daher sollte dieser Bereich genau untersucht werden. Der Schwertführer und die Schwertdichtung wurden vor dem Aufbau des Decks laminiert und sind praktisch nicht mehr herausnehmbar. Das bedeutet, dass jede Beschädigung dort eine strukturelle Reparatur erfordert und kein Austausch möglich ist. Am wichtigsten ist, dass sich das 85 kg schwere gusseiserne Schwert bei Aufholen über die Wasserlinie hebt und das Boot in trockenen, windstillen Bedingungen zum Kentern bringen kann. Überprüfen Sie den Schwertmechanismus sowie eventuell eingebauten Ballast oder Batterien, um dies zu verhindern. Ein bekanntes Manko an Kielstabilität sollte im Verhältnis zu Ihrem geplanten Revier und Segelrevier abgewogen werden. (1)
Verfügbarkeit und Fazit für Käufer
Da keine regionalen Daten vorliegen, betrachten Sie die 550 eher als Boot, das man durch Geduld findet und nicht durch Marktüberschwang. Für einen Käufer lautet die kurze Checkliste: Überprüfen Sie, ob der Schwertkasten nicht beschädigt ist, prüfen Sie die festen Anhänge auf Integrität, überzeugen Sie sich von der Hubwinsch und den beiden Ankergeschirren sowie dem Festmacher, und entscheiden Sie sich entweder für das nackte Innenraumkonzept oder planen Sie ein Budget für eine kleine Pantry und eine Kartenmaschine ein. Sie ist ein leichtes, günstiges Mikroboot für Segler, die einen geringen Tiefgang und eine große Rigg-Takelung über Komfort stellen.
