Design und Abstammung
Die ILCA Standard, auch ILCA 7 oder Laser genannt, ist das ursprüngliche Einhand-Rigg einer weit verbreiteten Rumpf-Familie. Das Design ist für eine Crew von einem Einzelpersonen ausgelegt und wird von der International Laser Class Association (ILCA) reglementiert, die die Spezifikationen und Regatta-Regeln festlegt und am 30. September 1972 gegründet wurde. Ihre große Akzeptanz basiert auf robuster Bauweise, einem einfachen Rigg und einer leichtgängigen Handhabung, die für enge Einheitsklassenregatten sorgen. Das Prototypboot hieß einst „Weekender“, und der Name Laser wurde von Dave Balfour, einem Ingenieurstudenten der McGill University, vorgeschlagen. Er wollte etwas Wissenschaftliches schaffen, mit dem sich junge Segler identifizieren können. Die Klasse wurde 1993 ausgewählt und bei den Olympischen Spielen 1996 zur olympischen Einhand-Jollenklasse der Männer.
Konstruktion
Der Rumpf ist aus GFK gefertigt, und das Deck trägt unter der Oberfläche eine Schaumschicht für zusätzliche Festigkeit und Auftrieb. Als Einheitsklasse wird jede ILCA nach denselben Spezifikationen gebaut, die im ILCA Construction Manual festgelegt sind. Dies sorgt dafür, dass ein Rumpf aus den 1970er Jahren auch gegen einen modernen Konstruktionsteil konkurrenzfähig bleibt. Das Steckschwert ist zum Lagern und Transport abnehmbar – ein praktischer Detail, das auch den Ablauf beim Transport und Slippen auf dem Wasser prägt. Der gleiche Rumpf wird für die ILCA 7, ILCA 6 und ILCA 4 genutzt, sodass die Struktur unter dem Segler unabhängig vom gewählten Segelplan konstant bleibt. (1)
Rigg und Handhabung
Der ILCA-Rumpf ist für austauschbare Riggs mit unterschiedlichen Segelflächen ausgelegt, wobei drei Varianten anerkannt sind: das ursprüngliche Standard-Rigg mit 7,06 m², das Radial-Rigg mit 5,76 m² und das 4.7-Rigg mit 4,7 m². Die ILCA 7 ist das ursprüngliche Rigg und seit 1996 das olympische Boot der Männerklasse, während bei den Olympischen Spielen die Männer in der ILCA 7 und die Frauen in der ILCA 6 segeln. Das Radial-Rigg nutzt denselben Rumpf und dieselben Beschläge, aber ein kleineres Segel mit anderem Schnitt und einem kürzeren unteren Mastteil; das 4.7 fügt einen kürzeren, vorgebogenen unteren Mastteil hinzu, der die Segelleistung reduziert und es leichteren Seglern ermöglicht, das Boot eher wie das Original zu handhaben. Die Leistung des Standard-Riggs wird durch eine D-PN von 91,1 und eine PHRF von 217 angegeben. Die kleineren Riggs wurden schrittweise entwickelt – ein verkleinertes Rigg Ende der 1980er Jahre, das Radial-Rigg, das 1992 offiziell anerkannt wurde, ein weiteres kleines Rigg aus England im Jahr 1997 und das 4.7, das 2001 genehmigt wurde –, was demselben Rumpf ein breites Wettbewerbsspektrum bietet. (1)
Einstimmigkeit der Klassenregeln
Da alle Boote nach identischen Handwerksvorschriften gebaut werden und der Rumpf über verschiedene Riggs hinweg geteilt wird, schließt die Klasse jegliches Wettrennen um Ausrüstung aus. Die Kontrolle der Spezifikationen und Regeln durch die International Laser Class Association ist es, die diese Gleichberechtigung gewährleistet. Die Olympische Auswahl des Standard-Modells für 1996 und des Radial-Modells für Frauen im Jahr 2008 unterstrich die Rolle dieses Modells als reiner Test der Seemannschaft. Die erste Weltmeisterschaft auf den Bermudas im Jahr 1974 legte den Ton für den späteren Wettkampf, der bis heute anhält.
Das Fazit
Die Performance ILCA Standard ist ein seltenes Phänomen: Ein seit einem halben Jahrhundert bestehendes Design, dessen Rumpf noch immer nach den exakten Originalspezifikationen gebaut und auf olympischer Ebene gesegelt wird. Ihr GFK-Rumpf mit Sandwichdeck, dem ausziehbaren Steckschwert und der austauschbaren Riggfamilie machen sie zu einer langlebigen, transportablen und absolut fairen Einheitsklasse-Plattform.
Vorteile
- Identischer Rumpf von den 1970er Jahren bis heute nach dem ILCA-Bauhandbuch
- GFK-Rumpf mit Schaumkern-Deck für hohe Festigkeit und Auftrieb
- Abnehmbares Steckschwert für einfaches Lagern und Transportieren
- Olympische Einhand-Klasse für Männer seit 1996 mit weltweiter Präsenz in 120 Ländern
Nachteile
- Nur einhand zu segeln; keine Ausstattung für das Segeln mit Crew
- Leistung auf Regatten ausgelegt (D-PN 91.1, PHRF 217), nicht auf Komfort beim Fahrtensegeln




